zur Navigation springen

Stiftung Preußische Schlösser : Der Garten spielt die Hauptrolle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Minus von rund 16 Prozent auf rund 1,7 Millionen Gäste im Vergleich zu 2012 sei registriert worden, sagte der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, gestern.

Die weltberühmten Anlagen und Häuser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mussten im vergangenen Jahr einen spürbaren Besucherrückgang verkraften. Ein Minus von rund 16 Prozent auf rund 1,7 Millionen Gäste im Vergleich zu 2012 sei registriert worden, sagte der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, gestern bei der Präsentation des Jahresprogramms.

Grund sei unter anderem, dass ein Publikumsmagnet wie die Sonderschau „Friederisiko“ im Jahr 2012 fehlte. Allein dorthin kamen rund 330 000 Besucher. Auch waren einige Schlösser wegen ihrer umfangreichen Sanierung geschlossen. Auch deshalb sollen nicht die prunkvollen Palais, die wertvollen Kunstsammlungen oder das Jubiläum eines Monarchen, sondern die Gärten in diesem Jahr im Mittelpunkt der Potsdamer Schlösserstiftung stehen. Von Blumen über Obst bis hin zu den Gefahren des Klimawandels reicht das Spektrum der Veranstaltungen. Unter dem Titel „Paradiesapfel“ sollen im Park von Sanssouci die praktische Gartenarbeit, der Naturschutz, aber auch die Erzeugnisse des Obstanbaus in einer Openair-Ausstellung von April bis Oktober präsentiert werden. Generaldirektor Hartmut Dorgerloh versprach gestern ein Erlebnis für alle Sinne.

Der Obstanbau zur Zeit Friedrichs II. wird ebenso thematisiert wie die historische und aktuelle Wassertechnik im Park. Zum Gartenfestival Ende August öffnet die Schlossgärtnerei ihre Tore und zeigt extravagante Pflanzen. Auf den Streuobstwiesen soll Musik erklingen, ebenso werden kulinarische Genüsse angeboten. Neu im Angebot ist dieses Jahr ein Gartenrucksack für Familien. Dessen Inhalt soll Kindern bei der Entdeckung der Natur im Park helfen. Eine wissenschaftliche Konferenz wird sich mit den Klimaveränderungen und deren Auswirkungen für Schlösser und Gärten befassen. Dorgerloh wies darauf hin, dass die zunehmenden Schneelasten und die erhöhte Blitzschlagfrequenz eine Herausforderung für die Parks und die historischen Gebäude darstellen. Vom Juli bis Oktober wird im Neuen Palais eine Ausstellung an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erinnern. In den Räumen des Schlosses hatte Kaiser Wilhelm II. am 31. Juli 1914 die Ausrufung des Kriegszustandes unterzeichnet.

In diesem Jahr werden auch die zwölf neuen Gärtner zum Einsatz kommen, die durch den Pflegebeitrag der Stadt Potsdam eingestellt werden können. Die Stadt hatte sich vertraglich verpflichtet, fünf Jahre lang je eine Million Euro zu überweisen, wenn die Stiftung auf die Einführung des Parkeintrittes verzichtet. Gartendirektor Michael Rohde berichtete gestern, dass 140 Gärtner sich um die neuen Stellen beworben hatten. Neun der Neuen kommen in Sanssouci zum Einsatz, die anderen im Neuen Garten und im Babelsberger Park. Laut Rohde ist die Hälfte des Bedarfs für den Bereich des Schlosses Sanssouci gedeckt. Hier soll unterhalb der Bildergalerie der Holländische Garten wieder mit Laubengängen und Rabatten rekonstruiert werden.

Für den Rest des Parkes spricht der Gartendirektor von „Notpflege“. Zwar hatte der Stiftungsrat 2010 bereits die sogenannte „Gartenperspektive“ beschlossen, die allein Investitionsmittel in Höhe von 50 Millionen Euro in die Parks der Stiftung vorsieht. Ob diese Mittel Bestandteil eines neuen Masterplanes sein werden, der von Bund, Berlin und Brandenburg für die Zeit nach 2017 vereinbart werden soll, ist noch völlig offen. Ebenso wie die Frage, wie die anschließend steigenden Personalkosten finanziert werden sollen. Der derzeitige Masterplan, der 2017 ausläuft, umfasst 23 Bauvorhaben im Gesamtumfang von 155 Millionen Euro.

Dorgerloh verwies darauf, dass auch nach 2017 unter anderem am Neuen Palais und am Orangerieschloss die Bauarbeiten fortgesetzt werden müssen. Die Stiftung stellt momentan die Dringlichkeitslisten für die Zeit nach 2017 zusammen. Die Verhandlungen mit den Geldgebern sollen im kommenden Jahr beginnen.

Zurzeit steht die Stiftung erst einmal vor der Herausforderung, wie die Mehrkosten für die geplante Einführung des Mindestlohnes finanziert werden sollen. Bislang habe lediglich Berlin sich zur Deckung der Ausgaben bereit erklärt, vom Bund und dem Land Brandenburg stehen laut Dorgerloh die Zusagen noch aus.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Jan.2014 | 08:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen