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17. Dezember 2017 | 07:23 Uhr

Der Anti-Politiker

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trump gibt sich als National-Populist, er bestärkt seine Kritiker

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 20:13 Uhr

Dass Donald Trump nach seiner Amtseinführung kein Globalist sein würde, der auf bewährte Allianzen setzt und Amerika – wie einst John F. Kennedy – auch in einer besonderen globalen Verantwortung sieht, war schon im Wahlkampf schmerzlich klar geworden. Die Rede Trumps dürfte nun die Kritiker des Republikaners weiter bestärken.

Der 45. Präsident der USA will sein politisches Heil als National-Populist suchen. Damit spricht er wieder jene an, die in der Globalisierung eine Gefahr für die heimische Wirtschaft und ihre Jobs sehen – und nicht die Vorteile, die auf der Hand liegen. Es sind einfache Rechnungen, die Trump hier erneut aufmacht. Ob sie - nachdem sie im Wahlkampf funktionierten – auch in der Realpolitik aufgehen, ist extrem zweifelhaft.

Trump hat mit seiner Ansprache jene, die ihn auch aufgrund seiner politischen Amateurhaftigkeit als Bedrohung im internationalen Gefüge sehen, nur bestätigt. Aber er ist – das darf nie vergessen werden – eben nicht der typische, vorsichtig abwägende Politikprofi vom Schlage einer Angela Merkel oder eines Joachim Gauck. Er ist der personifizierte Anti-Politiker. Er kann und will sich nicht verstellen. Das macht ihn authentisch, aber legt auch schonungslos seine Schwächen offen.

Was international von ihm zu erwarten ist, dazu verlor er in seiner von nationalen Parolen geprägten Antrittsrede nur wenige Worte. Wie, dass Amerika von nun an stets an erster Stelle stehen werde, komme was wolle. Die Brücken werden hochgezogen, Amerika wird zur Wagenburg. Und das macht, wie die Proteste zeigen, nicht nur dem Ausland Sorgen. Für Europa heißt dies auch: Es wird künftig deutlich mehr Lasten tragen müssen.

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