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23. September 2017 | 07:50 Uhr

Denkbar einfachstes Konjunkturprogramm

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2013 | 07:31 Uhr

In der unübersichtlichen Welt von heute hängt vieles mit vielem zusammen. Bildungspolitiker werden deshalb nicht müde zu betonen, dass Schüler vernetztes Denken lernen müssen. Umso aberwitziger mutet es an, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) die Termine der Sommerferien bisher isoliert wie im Glashaus ausgebrütet hat. Allein nach schulpädagogischen Aspekten, aber ohne jede Rücksicht auf die Kettenreaktion, die diese viel zu geballten Wochen auslösen: Verkehrschaos und überfüllte Ferienorte mit überteuerten Preisen einerseits, unausgeschöpfte Einnahmemöglichkeiten in den Wochen davor und danach andererseits.

Daran, dass volkswirtschaftliche Aspekte angemessen berücksichtigt werden, hat Mecklenburg-Vorpommern als ausgeprägtes Tourismusland ein besonderes Interesse. Ein einfacheres Konjunkturprogramm als eine Saisonverlängerung lässt sich für die Küstenregionen nicht denken.

Erwirtschaften Gastronomie, Quartiere und Einzelhändler dort doch nach wie vor den Hauptanteil des Jahresumsatzes in den Ferien. Dass diese Gewerbe überhaupt existieren können, ist gerade Voraussetzung, damit sich für die Menschen aus anderen Bundesländern der Erholungszweck der Sommerferien erfüllt. Denn dazu brauchen sie erst mal eine Ferieninfrastruktur.

Doch selbst ohne dieses Argument – auch durch eine bundesweite Brille betrachtet – müssten schon allein die Hoffnung auf eine Entspannung an der Preisfront sowie stress-freiere und sicherere Anreisemöglichkeiten Gründe genug für einen gedehnten Ferienkorridor sein. Dass dieses massenrelevante Thema außerhalb der KMK nicht die ihm gebührende Rolle spielt, zeigt exemplarisch, wie weit sich Politik vom Alltag der Menschen entfernt hat.

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