Demontage geht trotz Nachnutzungs-Absichten weiter

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19. Februar 2008, 08:34 Uhr

Güstrow - Der Nordzucker-Konzern macht Druck: Ungeachtet der für heute angesetzten Verhandlungen über einen Verkauf des Werkes ging Dienstag in der Güstrower Zuckerfabrik die Demontage des produktionswichtigen Extraktionsturms weiter. Im oberen Teil des Turms sind bereits die Isolierungen entfernt. Noch entscheidender ist, dass alle Antriebe und Steuerungselemente ausgebaut und die meisten Kabel gekappt sind.

„Der Turm ist nicht mehr funktionsfähig“, sagt Thomas Koch, ehemaliger System-Administrator in Güstrow. Eine Wiederinbetriebnahme würde einen hohen finanziellen Aufwand bedeuten, so der erfahrene Zuckerwerker. Einige Teile wurden bereits abtransportiert. „Sie sind in die Nordzucker-Zuckerfabrik nach Nordstemmen bei Hildesheim abgefahren worden. Dort soll der Turm aufgebaut werden, sogar höher, um die Produktion auszubauen“, sagte Thomas Koch.

Das Vorgehen verwundert: Der Norddeutschen Rüben AG zufolge hat es zwischen der AG und Nordzucker eine Absprache gegeben, nicht eher Anlagen abzubauen ehe eine endgültige Entscheidung über diesen Standort zur Weiterführung einer Bioethanolproduktion durch die Rüben AG gefallen ist.

Über die Art und Weise wie Nordzucker agiert, ist man in der Rüben AG sehr verärgert und verstimmt. Vorstand Lutz Golz gestern: „Wir halten momentan trotzdem immer noch daran fest, dass eine Nachnutzung des Werkes erfolgt und dass wir mit Nordzucker den Weg gemeinsam gehen.“ Sollte das nicht möglich sein, werde sich die AG Schritte vorbehalten bzw. dafür sorgen, dass eine Alternative zum Zuge komme, so Golz. Das soll ebenfalls in Richtung Bio-Kraftstoffe gehen.

Andreas Schwarz, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, sieht das anders: „Wenn heute in Berlin nichts passiert, sind alle Messen für den Standort Güstrow gesungen.“

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