Defizite bei der Sicherheit?

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15. Februar 2008, 07:35 Uhr

Güstrow - Nach stundenlanger mit Sachverstand geführter Diskussion bleibt Sven Reiter bei seiner Meinung. „Wir sehen Defizite im Sicherheitsbereich und sind der Ansicht, dass die Antragsunterlagen unvollständig, Nacharbeit und eine erneute Auslegung notwendig sind, weil Gesundheitsgefährdungen nicht ausreichend betrachtet wurden“, sagt der Vertreter der Bürgerinitiative Suckow/Strenz, der Hauptgegner des Bioenergieparks, der im Norden Güstrows gebaut werden soll. „1600 Menschen wohnen im Umfeld der geplanten Anlage. Ihre Gesundheit ist im Störfall gefährdet“, machte Reiter klar.

Bis ins Kleinste sind Details gestern auf dem vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock anberaumten Erörterungstermin erklärt worden. 62 Einwendungen waren zu besprechen. Bürger, allen voran die Bürgerinitiative, die ihre Einwende erklärten, Sachverständige, Antragsteller – die Nawaro Bioenergie AG – und Fachbehörden tauschten ihren Ansichten aus.
Wie ein roter Faden zogen sich die Zweifel an der Sicherheit der Anlage durch die Diskussion. Was passiert im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle, was bei „kleineren“ Störungen? Die Bürgerinitiative verlangte, dass alle möglichen Szenarien errechnet werden und Bestandteil des Genehmigungsantrages werden. Dabei gingen die Meinungen darüber auseinander, was bereits in der Genehmigungsplanung enthalten sein muss und was nicht.

Marianne Syndikus, Abteilungsleiterin Immissionschutz und Abfallwirtschaft beim StAUN Rostock, musste immer wieder auf den Sicherheitsbericht sowie einen Alarm- und Gefahrenabwehrplan verweisen, die sich erst anschließen würden und vom Antragsteller und dem Landkreis – zuständig für den Katastrophenschutz – erarbeitet würden. Syndikus räumte aber auch ein, dass man als genehmigende Behörde weitere Störfallszenarien, wie sie von den Gegnern des Bioenergieparkes verlangt und gestern besprochen wurden, von der Nawaro einfordern werde. „Das ist der Sinn eines solchen Erörterungstermins. Es ist gut, dass interessierte Bürger Denkanstöße geben und wenn das wie heute mit hohem Sachverstand geschieht umso besser“, betont die StAUN-Abteilungsleiterin.

Eher weniger beruhigt verließen Andreas Tönse und Doris Mroch, die an der Straße nach Strenz wohnen, gestern den Saal. „Wenn im Bioenergiepark einmal etwas passiert, ist alles vorbei“, denkt Andreas Tönse. „Unser Haus war eher da“, fügt Doris Mroch hinzu. Viel Hoffnung, dass man den Bau des Bioenergieparkes werde stoppen können, haben beide nicht. Doris Mroch: „Wir sehen doch jeden Tag, dass auf dem Areal schon fleißig gearbeitet wird.“

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