Interview : Das richtige Haus am richtigen Ort

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Im Gespräch mit Joachim Brenncke, Präsident der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern.

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22. Juni 2017, 11:50 Uhr

Das diesjährige Motto lautet „Architektur schafft Lebensqualität“ – was verstehen Sie darunter?
Brenncke: Wir wollen vermitteln, dass gute Architektur mit Lebensqualität zu tun hat – und das ist für jeden etwas anderes. Wir sollten ortsbezogen bauen und nicht nur Fertighäuser hinstellen. Dafür braucht man Architekten, die für den jeweiligen Standort das richtige Gebäude, den richtigen Park entwerfen – natürlich im Austausch mit dem Bauherrn.

Wie sollte man Ihrer Meinung nach an die Gestaltung öffentlicher Gebäude herangehen?
Solche Gebäude stehen ja sehr im gesellschaftlichen Fokus. Wichtig ist, dass es hier Wettbewerbe gibt, in denen verschiedene Architekten ihre Ideen präsentieren. Und dabei können auch kleinere Bau-Aufgaben wichtig sein, zum Beispiel bei Lückenbauten in Innenstädten. Und wir wollen über den Diskurs auch neuen Ansätzen eine Chance geben. Dabei müssen wir als Architekten noch mehr lernen zuzuhören und uns auf Argumente einzulassen, um Bauherren zu überzeugen. Dieser Prozess muss heute ganz anders sein als vor 20 Jahren.

Welche Rolle spielt dabei der Tag der Architektur?
Wir stellen uns der öffentlichen Diskussion. Und wir hoffen, dass auch potentielle Bauherren kommen und wir uns austauschen können. Manch einer, der bauen möchte, nutzt diese beiden Tage, um sich zu orientieren.

Kann es über Qualität in der Architektur nicht auch unterschiedliche Meinungen geben?
Natürlich. Aber es geht nicht nur um den persönlichen Geschmack. Bauten folgen in ihrer Form heutzutage häufig der Funktion - das schließt jedoch die Funktion innerhalb ihrer Umgebung ein. Und bei der Bauausführung sollten wir nicht nur mit dem Eigentümer, sondern auch mit den Handwerkern im Gespräch sein, ihnen erklären, warum etwas so oder so aussehen soll. Denn die beste Planung nützt nichts, wenn man nicht jemanden hat, der es gut umsetzt.

Welche Rolle spielt beim Bauen die Nachhaltigkeit?
Wenn wir alle – als Gesellschaft – eine Zukunft haben wollen, muss sie eine große Rolle spielen. Leider suchen noch zu viele eher schnelle Vermarktung und schnellen Gewinn. Das widerspricht Langlebigkeit und Zukunftsfähigkeit. Dieses Bewusstsein wollen wir auch bei den Bauherren erzeugen.

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