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Das Pastoral-Missionarische ist nicht jedermanns Sache

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erstellt am 16.Mär.2012 | 09:07 Uhr

Berlin Joachim Gauck muss sich nicht neben dem Thema Freiheit auch mit anderen großen gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigen, fordert Professor Jürgen W. Falter, Parteienforscher an der Universität Mainz. Andreas Herholz sprach mit ihm.

Ist das Amt des Staatsoberhauptes nach der Affäre Wulff beschädigt?
Das Amt ist nicht beschädigt. Die jüngsten Turbulenzen um die Person Christian Wulff werden schnell wieder vergessen sein. Das Bundespräsidentenamt wird ein hohes Ansehen genießen wie eh und je.
Ist Gauck der Richtige, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen?
Er ist eine ganz andere Persönlichkeit. Joachim Gauck ist ein Mann des Wortes. Er weiß, dass er gut reden kann und zeigt dies auch gern. Die Gefahr besteht, dass man sich bald an seinem Ton satthören könnte. Das manchmal bei ihm aufscheinende Pastoral-Missionarische ist nicht jedermanns Sache.
Kritiker werfen ihm vor, er spalte, statt zu versöhnen.
Damit rechne ich nicht. Es gibt niemanden, der in der Lage wäre, alle Lager zu repräsentieren, es sei denn um den Preis der totalen Unverbindlichkeit.
Bisher steht er vor allem für das Thema Freiheit. Reicht das aus?
Gauck wägt Freiheit gegen Gleichheit ab. Er spricht über Gerechtigkeit. Natürlich wird er noch über andere Themen reden. Aber es ist nicht Aufgabe eines Bundespräsidenten, zu allen tagespolitischen Themen Stellung zu nehmen. Er muss sich mit den großen gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigen. Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Integration – da wird er sich zu Wort melden.
Neuwahlen in Nordrhein-Westfalen. Eine Schicksalswahl für Berlin?
Wenn die FDP nicht wieder in den Landtag kommen würde, wäre das fatal für die Liberalen und ein Alarmsignal für die schwarz-gelbe Koalition. Dann wäre das Totenglöckchen für die FDP nicht mehr zu überhören. Wenn Rot-Grün in Düsseldorf gewinnt, wird das auch als eine Niederlage für Merkel gedeutet werden.


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