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Fragen an den Ortsbeiratsvorsitzenden : „Das Ostseebad ist ein echtes Juwel“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel im Gespräch

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 11:02 Uhr

Warnemünde gehört zu den beliebtesten Stadtteilen der Hansestadt. Wo liegen die Vorzüge für Sie?
Warnemünde ist ein echtes Juwel, das weltweit bekannt ist. Die Kreuzschifffahrt hat Warnemünde auch in Übersee zu einer nicht zu übersehenden Bedeutung verholfen. Besonders hervorzuheben ist das große Engagement der Bevölkerung, das sich auch in vielen Vereinen und vielen Aktivitäten widerspiegelt. Besonders gelungen sind die neugestalteten Straßen und Plätze im Ortskern. Warnemünde hat in den vergangenen Jahren eine sehr positive Veränderung gemacht. Auch viele Kleinigkeiten haben zu dem Wohlfühlen beigetragen, wie beispielsweise der Hundestrand und die Feuerstellen am Strand, das Motorradverbot sowie die neue Definition des Saisonbegriffs. Weiter hervorzuheben ist der einmalige Strand und Warnemünde als das beste Segelrevier Deutschlands.

Was gibt es für Kritikpunkte? Wo sind nach Ihrer Ansicht Chancen vertan worden? Was muss noch verbessert werden?
Es gibt noch zu viele Hängepartien. Dazu zählen die B-Pläne Strand, Mittelmole, Caravanplatz, Ferienwohnungen und Ortseingang. Das dauert einfach zu lange. Auch in der Vergangenheit sind viele Sünden begangen worden – in Bezug auf Stellplatzablösen und die unkontrollierte Ausdehnung an Ferienwohnungen. Wir haben große Probleme beim Thema Toiletten und Sauberkeit. Auch die Belastung durch die Kreuzschifffahrt durch Ruß und Lärm muss gelöst werden. Und das Filetstück Mittelmole muss zeitnah entwickelt werden. Dabei wäre es gut, wenn die Wünsche der Warnemünder künftig besser berücksichtigt werden.

Wie ist der Stand zur Mittelmole? Was wünschen Sie sich im Zusammenhang mit der Bebauung?
Der Ortsbeirat Warnemünde hat gerade einen erneuten Beschluss zum Thema Mittelmole für die Stadtverwaltung gefasst, wonach die von uns aufgestellten Kriterien bindend sind. Es darf auf der Mittelmole keine Hochhäuser geben, sie darf auch nicht zubetoniert werden. Die Warnemünder wünschen sich viel Grün, einen Zugang zur Kaikante und klare Sichtachsen. All dies sollte trotz aller Probleme zügig umgesetzt werden.

Sie haben eine Stellungnahme zum Thema Kurabgabe formuliert. Warum?
Die Kurabgabe ist ein wichtiges Thema. Wenn man sich einmal vor Augen führt, dass der Hansestadt beim Verzicht darauf jährlich ein hoher fünfstelliger Betrag verloren geht, weil Wohnmobile, Segel- und Motorboote nicht abkassiert werden, reden wir von nahezu einer Million Euro in zehn Jahren. Das Geld könnte man gut für den Bau von Toiletten einsetzen. Das ist der Grund, dass wir darauf drängen, die Satzung einzuhalten. Wir haben das in der Vergangenheit abgefragt, aber die Argumente überzeugen uns nicht. Auch die Behauptung, dass das nur schwer umsetzbar sei, ist nicht richtig, weil die Kurabgabe ja gesetzlich verankert ist.

Was wünschen Sie sich außerdem für Warnemünde?
Ich wünsche mir, dass der Charakter von Warnemünde als kleines Fischerdorf und zugleich als attraktives Seebad erhalten bleibt und dass mittelfristig auch der Fahrzeugverkehr weitgehend aus dem Ortskern verschwindet.

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