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25. November 2017 | 12:38 Uhr

Das neue Gesicht der alten Tuchfabrik

vom

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2013 | 10:25 Uhr

Am Samstag waren die Pritzwalker und alle Interessierte eingeladen, am Tag der offenen Baustelle ein letztes Mal die alte Tuchfabrik in Augenschein zu nehmen, bevor die Abrissarbeiten im Innenbereich ihre Arbeit tun wird. Und diese Offerte nutzten viele, vor allem auch, um sich von Planern und anderen Fachleuten den Umbau erläutern zu lassen. Informationen gab es bei dieser Gelegenheit auch zu den noch ausstehenden zwei Bauabschnitten. Im Hauptgebäude sollen Wohnungen und ein Wohnheim entstehen. Im weiteren Gebäudeteil soll die Erweiterung des Stadt- und Brauereimuseums untergebracht werden.

Einige Pritzwalker erinnern sich noch gut an die alten Mauern an der Dömnitz am Meyenburger Tor. Heinz Gerloff: "Ich kenne Herbert Quandt noch persönlich, aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg und auch danach, wo er noch kurz in seiner Villa in der Doerfelstraße hier in Pritzwalk gelebt hat. Beim Umbau des Verwaltungsgebäudes vor dem Krieg hat mein Vater, der ein Fuhrunternehmen besaß, Kies geliefert. Herbert Quandt hat persönlich kontrolliert, ob die Menge auch stimmte. Ich finde es toll, was heute hier organisiert wurde. So erfahren die Bürger vor Ort und aus erster Hand, was geplant ist und können sich ein Bild von der Größe der Baumaßnahmen machen. Viele Besucher, vor allem jüngere Menschen erhalten bei den Führungen ein Bild von den Ausmaßen und der Architektur dieses Gebäudekomplexes machen."

Lothar Hildebrandt: "Eine tolle Aktion ist das heute. Man kann an der Beteiligung der Bürger leicht erkennen, wie interessiert sie sind, wenn ihnen Vorhaben der Stadt, wie die Umgestaltung dieses stadtbildprägenden Gebäudes, bis ins kleinste Detail erläutert werden, sie an die Orte des Geschehens geführt werden und sich selbst ein Bild vom Umfang der noch zu tätigen Arbeiten machen können."

Dieses Gebäude habe eine lange und wechselhafte Geschichte durchlebt, vom Verwaltungsgebäude der Quantschen Tuchfabrik bis zum Rat des Kreises, wo die Handwerker zu DDR-Zeiten Materialzuweisungen beantragen mussten, erinnert sich Lothar Hildebrandt. Es sei wichtig, dass dieses Anwesen, das lange Zeit leer stand, erhalten bleibt und endlich eine neue Bestimmung erfahre, die der Region und der Stadt nutzt und wieder Leben in dieses historische Gebäude bringt."

Ernst Wehrstädt: "Ich habe hier mal selbst einige Jahre in der Kreisverwaltung gearbeitet. Es freut mich, dass dieses historische Gebäude nicht der Abrissbirne zum Opfer fällt, sondern umgebaut und eine neue, zukunftsweisende Nutzung bekommt. Wie schon vor vielen Jahren, wo hier Generationen von Facharbeitern des Zahnradwerkes im hinteren Teil der ehemaligen Tuchfabrik ausgebildet wurden, werden wieder junge Leute auf ihr Berufsleben vorbereitet und die Bildungsgesellschaft bekommt zur Erweiterung der Lehrwerkstätten zusätzliche Räume zur Ausbildung von Lehrlingen in den verschiedensten Berufen. Das Museum erhält dringend benötigten Platz für weitere Ausstellungsräume. Das noch zusätzlich Wohnungen in diesen historischen Gebäudekomplex vorgesehen sind, das ist meines Erachtens eine tolle Idee."

In der nächsten Woche soll der Umbau der alten Tuchfabrik in Pritz walk beginnen. Im ersten Bauabschnitt werden zunächst 900 000 Euro investiert, so Ronald Thiel von der Pritz walker Stadtverwaltung. 300 000 Euro stellt die Stadt dabei als Eigenmittel bereit. "Wir investieren hier in die berufliche Bildung", so Thiel. Denn in dem Gebäudekomplex sollen Ausbildungskabinette für die Pritzwalker Bildungsgesellschaft entstehen.

Vor allem Lasertechnik soll hier jungen Leuten im Rahmen der Berufsausbildung vermittelt werden. Dafür konnte die Bildungsgesellschaft einen Partner aus der Wirtschaft gewinnen.

Aber auch der eigentliche Haupteingang der Bildungsgesellschaft wird sich im Rahmen dieser Baumaßnahme ändern. Dieser wird jetzt zum Dömnitzufer verlegt. Die 600 000 Euro Fördermittel kommen aus dem kommunalen Verbund mit Wittstock, Heiligengrabe und Meyenburg, erklärt Ronald Thiel. Als kooperatives Mittelzentrum habe dieser die Bildungsgesellschaft Pritz walk und den Ausbau der alten Tuchfa brik als wichtiges und einzigartiges Vorhaben charakterisiert und so die Förderung durch das Land möglich gemacht.

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