Vier Wochen EM in Frankreich : Das „Kicker-ABC für Fußball-Bräute“

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Männer lieben Fußball. Frauen lieben Männer. Aber müssen Frauen deshalb auch Fußball lieben? Wir machen Fußball-Muffel fit für die EM.

svz.de von
05. Juni 2016, 05:00 Uhr

Anpfiff

Ist, was ein Mann zu hören bekommen sollte, vergisst er über das Public Viewing die Kinder im Kindergarten. Ist aber auch das Startsignal zum nächsten Spiel.

Arschkarte

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Nein, das ist nicht das, was Sie geheiratet haben, sondern: Als 1970 rote und gelbe Karten eingeführt wurden, gab es leider noch nicht überall Farbfernsehen. Damit die Sache auch in Schwarz-Weiß klar war, steckte die gelbe Karte in der Brusttasche, die Rote in der Gesäßtasche des Schiedsrichters. Deshalb der Begriff – die „Arschkarte ziehen“.
 

Bananenflanke


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Der Ball wird so angespielt, dass er nicht gerade auf das Tor zufliegt, sondern in einem Bogen sein Ziel erreicht. Achtung! Protzfaktor: Als Erfinder dieser perfiden Schuß-Technik gilt übrigens Manfred Kaltz vom HSV.
 

Chancentod

So nennt man Spieler, die alle Gelegenheiten, ein Tor zu schießen oder wenigstens eine entscheidende Vorlage zu liefern, vergeigen und somit in ihrer Mannschaft so beliebt sind wie Herpes.
 

Decken

Stalking des Fußballs: Wenn ein Spieler einen anderen aus der gegnerischen Mannschaft so dauerhaft verfolgt, als hätte er sich gerade unsterblich in sein Rasierwasser verliebt – dann bewacht er ihn und will verhindern, dass der angespielt werden kann.
 

Eckfahnen-Lambada

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Wenn es seit der WM 1990 in deutschen Schlafzimmern heißt: „Mach mir den Milla!“ und sich Männer daraufhin wie Pole-Tänzerinnen lasziv am Bettpfosten räkeln, dann ist das die Schuld des Kameruners Roger Milla, der mit seinem erotischen Hüftschwung eine einfache Eckfahne für alle Zeiten in ein Sex-Toy verwandelte.

Eigentor

Wenn man die Arbeit des Gegners selbst erledigt. Die meisten Eigentore (6!) der Bundesliga schoß – und da ist er wieder – Manfred Kaltz vom Hamburger SV. Einen eigenen Rekord stellte Nikolce Noveski vom FSV Mainz 05 mit zwei Eigentoren am 18. 11. 2005 in einem einzigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt auf.

Fernsehbeweis

Ein Mann kann, wenn er will: Kochen, Frühstück am Bett servieren, Wäsche waschen. Meist so am Anfang einer Beziehung. Dann macht man am besten Fotos, weil er sich bereits fünf Jahre später nicht mehr daran erinnern mag und behauptet, wegen seines biologischen Erbes einfach nicht für diese Tätigkeiten gemacht zu sein. Ähnlich funktioniert das auch mit dem sogenannten „Fernsehbeweis“: Er ist zwar nicht verbindlich, zeigt aber allzu oft klarer, als es einem Schiedsrichter oder einem Spieler recht sein kann, wie das wirklich war.

Gras fressen

Drohung von Trainern, die einer lahmen Mannschaft damit besonders hartes Training ankündigen wollen. Kann auch im Beziehungsleben wegen des hohen Bekanntheitsgrades deutlich mehr bewirken, als „entweder, du stellst deine Schuhe in den Schrank oder ich bin wirklich böse!“ Besser: „Oder du wirst in Zukunft Gras fressen. Und zwar rohes!“

Halbzeit

Die 15 Minuten Pause zwischen zwei Mal 45 Minuten Spielzeit, in der sich während fußballerischer Großereignisse im Wesentlichen das gesamte Beziehungsleben, inklusive Sex und Ehekrach, abspielt.

Kabinenpredigt

Großer Bruder der Gardinenpredigt, eine Art Gehirnwäsche, mit der Trainer eine unmotivierte Mannschaft in der Halbzeitpause irgendwie doch noch dazu bringen, in der zweiten Spielzeit wahre Wunder zu vollbringen. Vermutlich mit Methoden, die auch die CIA bisweilen anwendet.

LA OLA

Tsunami des Fußballs. Eine Art symbolischer Gruppenumarmung, bei der die Besucher eines Stadions im Uhrzeigersinn nacheinander die Arme so hochwerfen, dass es von Weitem aussieht wie eine Welle. Die legt – Achtung Protzfaktor – übrigens 12 Meter oder auch 20 Sitze in der Sekunde zurück und wurde erstmals 1986 in Mexiko gesichtet.

Maskottchen


Klar, Männer sind Realisten. Verächtlich belächeln sie Horoskope und Homöopathie. Aber sie glauben an „Hennes“, den Geißbock vom 1. FC Köln, oder das Krokodil Fritzi von Stuttgart und die Fantasiefigur „Lauzi“ von FC Energie Cottbus und an „Al Aix“ (gesprochen Ale’x), den Kartoffelkäfer von Alemannia Aachen.

Nummern

Gibt es seit 1928 oder 1933 – da scheiden sich die Geister. Anfangs gab es nur Zahlen von 1 bis 11, wobei jede Nummer eine bestimmte Spielerposition bezeichnet (Mittelstürmer = 9, Linksaußen = 11). Seit 1995 gibt es auch persönliche Nummern. So trägt Mario Götze die Nummer 19 und Lionel Messi die 10. Besonders an den Nummern der Profis hängen Markenrechte. Und damit Millionen von Euro. Protzfaktor: Die Neun trifft am häufigsten, dicht gefolgt von der 10 – so eine Auszählung der Rückennummern der fünf europäischen Top-Ligen seit der Spielzeit 2010/2011.

O-Beine


Beleg dafür, dass das Wichtigste beim Mann immer in Klammern steht? Nein, es kommt vom Fußball, der macht die Beine tatsächlich krumm – wie belgische Sportwissenschaftler belegten. Ursache sei eine „nicht symmetrische Krafteinwirkung auf die Kniegelenke“, weil die inneren Beinmuskeln bei Fußballern kräftiger und kürzer seien.

Pille

„Die Pille für den Mann“ bewarb eine Zeitung den Fußball – der ja irgendwie auch ein Verhütungsmittel ist.

Räume eng machen

Das ist, wenn ein Mann seine Schallplattensammlung im Wohnzimmer hortet oder ein Laufband ins Schlafzimmer stellt. Es bedeutet aber auch: Dass eine Mannschaft dem Gegner sehr wenig Spielraum lässt und so ein effektives Zusammenspiel verhindert.

Schwalbe

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Mag sein, dass Frauen im Orgasmus-Vortäuschen die Nase vorn haben. Beim Simulieren von Wehwehchen sind ganz klar die Männer Meister und haben dieser Kunst gleich zwei Namen gegeben: Hypochonder und „Schwalbe“. Letztere hat ihren Namen von der Eigenart der Vögel, tief über dem Boden zu fliegen. Eine Kunst, die auch mancher Spieler bestens beherrscht, wenn er ein schweres Foul vortäuschen will. Protzfaktor: Durch ein umstrittenes Foul am deutschen Nationalspieler Bernd Hölzenbein im WM-Finale gegen die Niederlande 1974 fand die Bezeichnung „Schwalbe“ sogar Eingang in die niederländische Sprache.

Trikotsponsoren

Streng genommen spielen auf dem Platz zwei Mal elf Litfasssäulen (oder auch ein Branchenbuch), seit 1973 die Spieler von Eintracht Braunschweig erstmals mit einem Logo, mit dem von Jägermeister, aufliefen.

Ultras

Die Taliban unter den Fans.

Viererkette


Einfach so etwas ohne Plan oder Excel-Tabelle tun? Das liegt dem Mann nicht. Er braucht seine Ordnung. Bei der Plattensammlung, in der Sockenschublade, im Werkzeugkasten und beim Fußball. Dort spielt man mit Systemen oder 4-3-3 oder 4-4-2 heißen. Die Viererkette ist die häufigste Abwehrformation mit je zwei Außen- und Innenverteidigern. Also ohne den Libero.

Wasserträger

So wie der Lotsenfisch den Hai, begleitet der Wasserträger während eines Spiels einen anderen Spieler, um ihm den Rücken freizuhalten, ihm zuzuarbeiten und einige seiner Aufgaben zu übernehmen. Im Leben außerhalb des Fußballs wird diese Position auch „liebende Ehefrau“ genannt.

ZDF-Torwand

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Was dem Gläubigen die private Papst-Audienz und uns ein Abend mit George Clooney, das wäre für den Fan die Gelegenheit, EINMAL im Leben auf die ZDF-Torwand schießen zu dürfen. Protzfaktor: Die Schussentfernung beträgt sieben Meter, man hat jeweils einmal oben und einmal unten drei Schüsse. Fünf ist bislang die maximale Trefferquote. Erreicht haben sie unter anderen Günter Netzer, Rudi Völler, Matthias Becker, Frank Rost...
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