Das Kaugummi-ABC

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16. Januar 2009, 09:27 Uhr

Sondersteuer
Eine Sondersteuer auf Kaugummi hatten 2005 zwei Politiker ins Spiel gebracht. „Ein Cent pro Packung fällt bei dem Verbraucher nicht weiter ins Gewicht“, sagte der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Helias. Neben ihm sprach sich auch Saarlands Grünen-Chef Hubert Ulrich für die Extrasteuer aus. Die Erlöse sollten nicht nur zum Entfernen der Kaugummis, sondern zur „Pflege des Stadtbildes“ insgesamt eingesetzt werden, sagte Helias. Bis heute sei laut Kaugummi-Verband aber keine Steuer erhoben worden.

Heimliche DNA-Spender
Von den jährlich rund 30000 DNA-Vaterschaftstests in Deutschland werden geschätzte 1500 heimlich durchgeführt . Als Grundlage dient dafür oft nur ein Kaugummi. Die darin „eingekaute“ DNA reicht zur Identifizierung aus. Die Kooperationsgemeinschaft der freien Sachverständigen für Abstammungsgutachten in Deutschland geht davon aus, dass zehn Prozent aller Kinder nicht vom vermeintlichen Vater stammen.

Die Dröhnung gleich dabei
Ein Ladeninhaber im niederländischen Assen hat einen
Kaugummi-Automaten mit besonderen Überraschungen für seine Kunden gefüllt. Statt der Süßigkeiten gab es für umgerechnet rund 2,25 Euro einen Überraschungsball mit Haschisch, meldete 2001 die Tageszeitung „De Telegraaf“.

Wrigley sagt Sorry
Das russische Fernsehen hat im Oktober 2007 eine Werbung des amerikanischen Kaugummiherstellers Wrigley aus dem Programm genommen. Die Werbung, die mit der chinesischen Nationalhymne unterlegt war, verletze die Würde Chinas, erklärte die Botschaft Pekings. Wrigley entschuldigte sich. Man versuche herauszufinden, wie die Hymne in den Musikfundus der Agentur gelangen konnte.

Gemälde beklebt
Ein zwölfjähriger Schüler hatte 2006 in einem amerikanischen Museum ein Kaugummi auf ein Gemälde geklebt. Auf dem abstrakten Bild von Helen Frankenthaler mit dem Titel „Die Bucht“ (1963) blieb ein Fleck von der Größe eines Geldstücks zurück. Der Wert des Bildes wird auf 1,2 Millionen Euro geschätzt. Der Schuldige gestand. Die Schule hat ihn zur Strafe für einige Zeit vom Unterricht ausgeschlossen.

Im Fußballtor
Ein Balljunge hat Jens Lehmann während des WM-Halbfinalkrimis zwischen Deutschland und Italien im Juli 2006 aus der Bredouille geholfen. „Normalerweise reicht ein Kaugummi für ein ganzes Spiel, aber diesmal war er schon vor dem Ende so weich und ungenießbar“, so Lehmann damals. Der junge Helfer eilte ohne Lampenfieber zur Auswechselbank und unterrichtete von seinem ungewöhnlichen Auftrag. Trotzdem: Die Italiener gewannen 2:0.

2600 verschiedene Päckchen
Die größte Kaugummisammlung der Welt befindet sich im Besitz von Volker und Thomas Martins. Die beiden Herren aus Freiburg haben seit Gründung ihrer Sammlung am 12. Januar 1976 mehr als 2600 verschiedene Streifen-Kaugummi-Päckchen (also mehr als 16000 Streifen) aus mehr als 67 Ländern und mit mehr als 75 verschiedenen Geschmacksrichtungen zusammengetragen. 2007 wurde das Konvolut zum ersten Mal in Offenburg ausgestellt. Es hat einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde.

Größte Blase
Rekordhalterin in der Disziplin "Größte Kaugummiblase aus nicht mehr als drei Kaugummis" ist Susan Montgomery Williams aus Fresno in Kalifornien. Ihre Blase hatte einen Durchmesser von 58,4 Zentimetern.

Der Kaugummi-Verband
Seit 1956 gibt es in Deutschland den Kaugummi-Verband e.V. Laut Selbsterklärung auf dessen Internetseite wurde er gegründet, „um die gemeinschaftlichen Interessen seiner Mitglieder in wirtschaftlichen-politischen Fragen zu vertreten“. Danach repräsentiere der Verband die Mehrheit der Unternehmen, die in Deutschland Kaugummi herstellen oder vertreten. Der Kaugummimarkt in Deutschland ist laut Verband im Vergleich zum Vorjahr um rund elf Prozent gewachsen und erreicht mit 600 Millionen ein Rekordvolumen.

27 Kilogramm entfernt
Archäologen haben während einer gründlichen Säuberung des vollständig aus Marmor gebauten Herodes Atticus Amphitheaters unter der Akropolis von Athen 27 Kilogramm Kaugummi entfernt. Dies gab im Sommer 2006 das griechische Kulturministerium bekannt. Das Theater wurde 161 v. Chr. erbaut. 5000 Zuschauer finden in den 32 Sitzreihen Platz.

Nur auf Rezept
In Singapur waren der Verkauf, die Herstellung und der Import von Kaugummis seit 1992 verboten, weil Scherzbolde U-Bahn-Türen damit blockierten und die Regierenden die hellen, eingetrockneten Kleckse auf dem Boden unansehnlich fanden. Als Teil eines Freihandelsabkommens mit den USA ließ sich Singapur 2004 auf einen Kompromiss ein: Zumindest auf Rezept und unter Vorzeigen des Personalausweises können Kaugummis verkauft werden.

Verkaufsstopp in Hamburg
Mit einem dreimonatigen Verkaufsstopp für Kaugummi wollen die Geschäfte um den Hamburger Jungfernstieg die Kaugummiflecken auf der zentralen Prachtstraße reduzieren. Das teilte der Anliegerverband „Interessengemeinschaft Jungfernstieg“ im Januar 2007 mit. Nach Angaben des Verbandes kostet eine Spezialreinigung der frisch renovierten Fußgängermeile in der Hamburger Innenstadt rund 40 000 Euro.


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