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17. November 2017 | 20:33 Uhr

„Das ist eine Mafia"

vom

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2011 | 07:41 Uhr

Edmund Haferbeck ist der Agrarexperte der Tierrechtsorganisation Peta. Dass er gegen intensive Tierhaltung ist, ist da wenig verwunderlich. Was er allerdings über die Fleischindustrie und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sagt, das erstaunt dann doch ein bisschen. Mit Benjamin Piel sprach Haferbeck über mafiöse Strukturen und einen furchtbaren Menschen.

400 000 Tiere in einem Stall - wie finden Sie das?

Edmund Haferbeck: Untragbar. So etwas geht über jedes vertretbare Maß hinaus. Da werden so ungefähr alle Tierrechte gebrochen, die man sich nur vorstellen kann.

Ab welcher Größenordnung beginnt für Sie eine Tierhaltung, die Sie ablehnen?

Das kommt ganz auf die Tiere an. Bei Hähnchen spätestens ab 3000 Tieren, bei Schweinen ab 1000 gemästeten Tieren im Jahr. Allerspätestens.

Das sind Zahlen, die nicht die Realität der Durchschnittstierhaltung in Deutschland abbilden.

In der Tat. Mittlerweile handelt es sich um Dimensionen, die alles Denkbare übersteigen. Da trampeln sich Tiere gegenseitig massenhaft tot. Das ist in solchen Riesenställen Normalität. Kannibalismus und Verletzungen inklusive.

Trotzdem werden diese Betriebe staatlich gefördert.

Dass das so ist, ist ein Hohn. Die meisten Agrarunternehmen müssten auf der Stelle geschlossen werden. Stattdessen sieht die Justiz munter zu und der Staat schüttet reichlich Subventionen aus.

Wie schätzen Sie die Situation in Mecklenburg-Vorpommern ein?

Als besonders schlimm. Landwirtschaftsminister Till Backhaus ist ein schrecklicher Mensch. Er fördert, stützt und protegiert die intensive Tierhaltung ohne Ende. Damit fördert er eine Industrie, die rücksichtslos, kriminell und mafiös ist. Niedersachsen ist dabei, das zu erkennen. MV hingegen verschläft es.

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