Splitter : Das Hünengrab in Mellen

Das Hünengrab am Mellener Ortseingang ist tausende Jahre alt.
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Das Hünengrab am Mellener Ortseingang ist tausende Jahre alt.

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08. August 2016, 10:45 Uhr

Was aus Richtung Karstädt kommend am Dorfeingang in Mellen wie ein verlorener Haufen Findlinge aussieht, war einst eines von mehreren steinzeitlichen Großsteingräbern in der Region. Das 22 Meter lange und acht Meter breite Hünengrab entstand zwischen 3500 und 2800 v. Chr. als Megalithanlage der Trichterbecherkultur und ist heute eines von sieben Bodendenkmälern der Prignitz, die wegen ihrer landesgeschichtlichen Bedeutung als zentraler archäologische Orte bezeichnet werden. Von den vermutlich ursprünglich sechs Decksteinen des sogenannten Gangrabes sind noch drei vorhanden. Zwei davon sind in die Kammer gesunken. Seitliche Tragsteine existieren noch acht von ehemals zwölf. Von der nordöstlichen Schmalseite des rechteckigen Hünenbettes fehlen sämtliche Steine.

Doch was in alten Zeiten hoch geachtet wurde, diente später als bequemer Steinbruch und beinahe wäre die Mellener Anlage ebenfalls dem Straßenbau zum Opfer gefallen. 1887 wurde das Mellener Hünengrab von den Behörden unter Denkmalschutz gestellt und befindet sich seither in unverändertem Zustand. Wer hier begraben liegt, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Ähnliche Geheimnisse birgt auch das von der Autorin und Tamara Ramsay 1938 veröffentlichte Kinderbuch „Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott“, deren Geschichte auf einem Gut in Mellen beginnt.


Die Kirchen prägen die Orte

ist von der Anlage her ein Sackgasssendorf, das in ein Unter- und ein Oberdorf eingeteilt ist. Bei einem gewaltigen Brand am 18. April 1883 sind im Unterdorf viele alte Bauernhäuser sowie die Kirche abgebrannt. Zwischen 1883 und 1885 wurde die Kirche als ein neugotischer Backsteinbau neu errichtet und 1987/88 grundlegend saniert. Vor drei Jahren wurde das Dach restauriert.

Das benachbarte Mellen ist ein durch Gutsbildung deformiertes Straßendorf. Die Kirche besteht aus einem rechteckigen spätgotischen Saalbau aus unbehauenen Feldsteinen und wurde zwischen 1300 und 1350 erbaut. In der Kirche befindet sich ein spätgotischer geschnitzter Flügelaltar mit einer Madonna in Strahlenglorie und Heiligenfiguren in den Seitenflügeln. Die Feldsteinkirche wurde 2004 grundlegend saniert. Jahrhundertelang stand neben dem Westgiebel ein Holzturm mit alter Glocke von 1588, der jedoch 1982 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Ein Wiederaufbau scheiterte bisher an fehlenden Geldquellen.

Gemeinschaftsleben hoch im Kurs

Für die Bewohner von Rambow und Mellen ist die in Eigenregie um- und ausgebaute Scheune am Mellener Dorfplatz seit Jahren zentraler Treffpunkt. Hier haben die Kameraden der FFw Mellen/Rambow und der Dorfverein ihr Domizil. „Im Sommer feiern wir das Sommer- und das Erntefest. Da wird auch kräftig getanzt. Im Winter treffen wir uns zu Rommé- und Skatabenden“, erzählt Torsten Sauer, Vorsitzender des 1995 gegründeten Dorfvereins Mellen-Rambow. 23 Mitglieder hat der Verein derzeit. Grillabende und die jährliche Himmelfahrtstour stehen ebenfalls im Plan. „Einmal im Jahr unternehmen wir auch einen gemeinsamen Tagesausflug“, berichtet der 55-Jährige. Tradition hat seit Jahren auch der Kick auf dem Mellener Sportplatz am Karfreitag. Einst als Turnier, dem sogenannten „Pfefficup“, mit Fußballern aus den Nachbarorten gestartet, geht es nun nur noch in einem Spiel der Jungen gegen die Alten um das gemütliche Beisammensein.

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