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18. November 2017 | 13:15 Uhr

Interview : „Das hat es lange nicht gegeben“

vom
Aus der Onlineredaktion

Starkregen, Überschwemmungen, der Sommer im Wartestand: Tobias Schmidt sprach mit Gerold Weber, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD).

Herr Weber, fast drei Tage lang Dauerregen, Land unter in weiten Teilen Deutschlands: Wird sich die Lage weiter verschärfen?
Weber: Die Starkregenfelder ziehen Richtung Polen weiter. Der Regen hat in einigen Regionen schon am Dienstag nachgelassen. Besonders Sachsen und der Alpen-Nordrand waren aber weiter stark betroffen. Dort erwarten wir ein Ende des Dauerregens. Wegen der massiven Niederschläge in so kurzer Zeit werden die Flüsse vielerorts noch ansteigen. Mit Überschwemmungen muss weiter gerechnet werden.

Wo bleibt die Lage besonders kritisch?
Im Harz, im westlichen Thüringer Becken, in Teilen Niedersachsens und im Allgäu kann es noch in den nächsten Tagen zu schweren Überschwemmungen kommen. Die Flüsse können nicht überall die großen Wassermassen aufnehmen. Für die Hochwassergefahr kann noch keine Entwarnung gegeben werden.

Sind seit dem Oder-Hochwasser vor sieben Jahren die notwendigen Schutzmaßnahmen getroffen worden?
Es ist vieles unternommen worden. Aus unserer Sicht geht das alles aber sehr langsam und zäh voran. Rechtliche Probleme verhindern oft, dass die notwendigen Maßnahmen getroffen werden. Wer opfert schon gern sein Grundstück, um es für ein Überschwemmungsgebiet herzugeben. Die Entschädigungsverfahren müssten beschleunigt werden.

Wann kehrt der Sommer zurück, wann gibt es Entwarnung auch für die Bauern?
Es wird sicher mal eine Regenpause geben. Aber eine stabile, sonnige Wetterphase ist nicht in Sicht, für keinen Teil Deutschlands. Auch der August wird wohl verregnen. Schuld daran ist die sogenannte Wettertieflage „Mitteleuropa“, das uns hartnäckig ein sehr feuchtes Klima beschert.

Wie außergewöhnlich war der Starkregen der vergangenen Tage?
An einigen Stellen sind die Rekordwerte überschritten worden. Mehr als 24 Stunden Starkregen – die ist selten und hat es in Deutschland lange nicht gegeben.

 

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