Das Haar in der Suppe

svz.de von
24. Januar 2011, 06:23 Uhr

Es ist ein Projekt, hinter dem die bestmögliche Absicht steht: Das Darwineum im Rostocker Zoo soll die Begegnung mit vom Aussterben bedrohten Tieren ermöglichen. Doch mittlerweile haben sich einige Rostocker zusammengefunden, die zwar die jetzige Haltung der Gorillas und Orang-Utans verurteilen, aber kein Verständnis für einen Neubau aufbringen wollen. Denn der ist teuer: 27 Millionen Euro. Das Haar in der Suppe ist längst gefunden: ein 400 Meter langes Stück Laufweg durch den Barnstorfer Wald. Dass der Zoo auf diesem Boden Erbbaurecht hat, kümmert dabei wenig. Sind die Kritiker doch 30 Jahre lang durch den Wald spaziert und pochen nun auf ihr Gewohnheitsrecht. Selbst dass sich Zoodirektor Udo Nagel bereit erklärt hat, eine Umgehung und somit Verlängerung der Strecke um 470 Meter freizuschneiden, stößt auf Gegenwehr. Für einige Sportler und Spaziergänger scheint es von großer Bedeutung zu sein, ob sie in einem Kreis oder einer Acht laufen. Deshalb würden sie am liebsten das gesamte Bauprojekt stoppen. Doch eine Verzögerung hätte verheerende Folgen - sowohl finanziell als auch für die Tiere. Ihre Haltung im Gitterkäfig verbietet das Zoogesetz MV nämlich. Das heißt, die Menschenaffen müssten abgegeben oder getötet werden. Für Rostocks Tierfreunde kann das keine Alternative sein.

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