Splitter : Das Gotteshaus mit dem spitzen Turm

Die Kirche von Lennewitz. 

Die Kirche von Lennewitz. 

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24. November 2015, 11:51 Uhr

Mit ihrem schlanken, spitzen Turmaufsatz fällt die Lennewitzer Kirche unter den Sakralbauten der Prignitz besonders auf. Einst diente ein alter Fachwerkbau als Gotteshaus, doch als die bäuerliche Landwirtschaft in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg florierte, bauten sich die Lennewitzer Bauern eine neue Kirche. Nach einem Entwurf von Georg Büttner, der als Hauptvertreter des evangelischen Sakralbaus in der Mark Brandenburg gilt, wurde 1909 mit dem Bau der Kirche begonnen. Am 20. September 1910 wurde sie eingeweiht. Seit 1977 steht der Bau unter Denkmalschutz, ab 1991 wurde der Bau grundlegend saniert und 2004 der Innenraum restauriert. Die Kirche und das Areal um das Gotteshaus sind im Advent Veranstaltungsort für einen der kleinsten Weihnachtsmärkte in der Prignitz. Hier kommen die LennewitzerundvieleBesucherausdenumliegenden Orten bei Glühwein und Gebäck zusammen, lauschen Weihnachtsmusik im Kirchenschiff oder stöbern im Angebot der kleinen Stände.

Mit Gesang zur Pfanne voller Eier

Die Ausrüstung: Ein Handwagen, eine Kiste Bier, eine handvoll leere Eierpappen. Das Team: Mehrere Junggesellen im besten Alter, stimmgewaltig und hoch motiviert. Die Mission: Ein Marsch durchs Dorf,  mit Gesang Freude stiften und dafür allerhand Eier einsacken. Eiersingen in Quitzöbel. Das gehört zu Pfingsten wie Lametta zu Weihnachten. Es ist Tradition. Nur männliche Junggesellen, so gebietet es der Kodex, dürfen teilnehmen. Mit einem Wagen und etwas Proviant geht es einmal durch den ganzen Ort. An jeder Tür wird halt gemacht und ein Lied angestimmt. Das Repertoire ist dabei flexibel, von der Märkischen Heide über Marschlieder bis hin zu den Charts ist alles dabei. Für die künstlerische Leistung belohnen die Bürger die Sänger mit etwas Marschverpflegung – vorrangig kleine Schnäpse – und mit rohen Eiern. Die werden gesammelt und am nächsten Tag bei einem Dorffest für die Kinder des Ortes gebraten.

Nach der Wende vom Main an die Elbe

Seit 2008 vermieten Achim  Muxfeldt und seine Frau Marianne kleine Ferienwohnungen in dem Rundlingsdorf Roddan. „Mein Mann ist in Roddan geboren, wir sind nach der Wende aus Frankfurt am Main zurückgekommen“,  klärt Marianne Dieter auf. Da waren die beiden schon in Rente und haben noch mal neu angefangen. Die Verbindung zu Roddan sei aber sehr alt. Die Familie von Achim Muxfeldt wurde hier 1945 durch die Bodenreform enteignet. „Nach der Wende hat mein Mann seine Kindheitserinnerungen hervorgeholt. Das Haus war sehr schön, aber es war nicht mehr unseres. 1992 haben wir eine Wohnung in dem Haus gemietet und dann nach und nach das ganze Haus zurückgekauft.“ Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie sich mehr Feriengäste wünschen. „Weil ich denke, dass der Tourismusverband zu sehr auf Berliner und Hamburger Tages- oder Radtouristen setzt, aber zu wenig auf diejenigen, die hier einfach mal eine Woche Natur genießen wollen.“

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