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22. November 2017 | 06:50 Uhr

Luxusgeschenke : Das Geschenk der Götter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schmuck ist kein wirklich kreatives Geschenk, aber eines, das eigentlich so gut wie immer ankommen sollte. Eine gute Wahl: Perlen

von
erstellt am 26.Okt.2014 | 19:20 Uhr

Für die alten Perser sind sie die Tränen der Götter gewesen. Die Griechen glaubten, dass sie aus Tautropfen entstehen, die in einer Vollmondnacht vom Himmel fallen. Und für die Polynesier waren Perlen ein Geschenk des Friedensgottes Oro, der über einen Regenbogen auf die Erde hinabstieg. Keine Frage: Um die Entstehung von Perlen ranken sich die abenteuerlichsten Mythen.

Seit Alters her gelten sie als Symbol für Liebe, Freude und Glück. Als Insignien der Macht schmückten die schimmernden Gebilde weltliche und geistige Herrscher, Kaiser und Königinnen. Schnee von gestern? „Nein“, sagt Irmie Schüch-Schamburek. Sie ist die von der Schmuckmesse Inhorgenta in München beauftragte Trendforscherin. LubNoch immer wird Perlenschmuck gerneverschenkt.

„Hochwertige Perlen wachsen natürlich, sie werden im Gegensatz zu Farbsteinen nicht bearbeitet, geschliffen, gefärbt oder bestrahlt“, erklärt die Expertin. Gerade in einer Zeit, in der allgemein verstärkt von Nachhaltigkeit gesprochen wird, sei dies auch für viele potenzielle Schmuckkäufer von besonderer Bedeutung. „Die Perle stellt wie kein anderes Produkt Schönheit, Vollkommenheit und Einzigartigkeit dar“, so Schüch-Schamburek. „Es gibt keine Perle wie die andere und keine Duplikate. Jede hat ihren eigenen Charakter, ihr eigenes Leben.“

Das typische Perlencollier wird nach Erkenntnissen der Trendforscherin nach wie vor noch gerne getragen. Es könne einfach sein, aber auch zwei oder drei Reihen haben. Schließen mit Brillanten oder einem Clip-Einhänger zieren es. Gut passe es etwa zum eleganten Shiftkleid, Hosenanzug oder Kostüm. Dennoch: Die häufig biedere Wirkung eines Perlencolliers versuchten die Designer zu entstauben. „Perlenschmuck muss wieder zeitgemäßer, frischer und jünger werden, um damit neue Zielgruppen zu erschließen“, erklärt Thilo Brückner vom Bundesverband Schmuck und Uhren. Die Nachfrage geht laut der Expertin Schüch-Schamburek zu modische Variationen, die zugleich zeitlos sind. Dazu gehöre vor allem der Mix mit anderen Materialien wie Gold, Platin, Stahl oder Rohdiamanten.

Süßwasserperlen werden hauptsächlich in China produziert, derzeit mehr als eine Milliarde im Jahr. Diese Exemplare waren in den 80er und 90er Jahren sehr beliebt, der Boom habe sich aber gelegt, so Brückner. Größter Produzent von Perlen, die im Meerwasser gedeihen, ist Japan. Spitzenreiter beim Umsatz sind in diesem Bereich weiße Südseeperlen, gefolgt von den glänzenden Akoya-Perlen in verschiedenen Farben und schwarzen Südseeperlen.

Überall kommen unterschiedliche Varianten an: In Südamerika werden gelbliche Perlen bevorzugt, Amerikanerinnen stehen eher auf Weiß, Silber oder Grau. In Deutschland kommen in der Regel weiße oder roséfarbene Perlen an, erläutert Raphael Fischer vom Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere.

Statistisch gesehen gibt es laut Fischer einen Zusammenhang zwischen Größe der Perle und dem Alter ihrer Besitzerin: Demnach sind weltweiten Marktanalysen zufolge jüngere Frauen vorzugsweise Perlen mit einem Durchmesser von zwei bis vier Millimetern zugetan, Ältere mögen auch gerne Exemplare von acht Millimetern und mehr.

Als Qualitätsmerkmal gelten die Reinheit der Perloberfläche, der Glanz, was als das Lüster bezeichnet wird, Größe und Stärke der Perlwand. Je länger sie in der Auster ist, je dicker wird die Wand. Aktuell gibt es auf dem Markt laut Brückner ein Überangebot an Perlen von minderwertiger Qualität, die etwa dünne Wände haben. Nach wie vor groß sei hingegen die Nachfrage nach hochwertigen Zuchtperlen.

Insbesondere für besondere Arten von Tahiti-Perlen seien die Preise in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Allein 15 Tonnen von schwarzen Perlen werden jährlich auf der Südseeinsel produziert, was einem Weltmarktanteil von 95 Prozent entspricht. Aber die qualitativ hochwertigsten Perlen werden in Australien gezüchtet – sie sind groß, haben reine Farben und ausgezeichneten Glanz. Doch was ist besser – Süßwasser- oder Südseeperlen? „Wer dem Charme der Perlen erliegt, liebt sie alle“, sagt Irmie Schüch-Schamburek. Aber natürlich sei es ein Unterschied, ob man eine Süßwasserperle oder eine Tahiti-Perle in den Händen halte. „Beide sind wunderschön, aber die Edlere fasziniert automatisch mehr“, erklärt die Trendforscherin. „Letztlich geht es aber nicht nur um das Geld, das man auszugeben bereit ist, sondern auch um Fragen der Authentizität und des persönlichen Stils.“

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