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Ballade von Carla Skadi Haack : Das Geheimnis von Charlott Castle

vom

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2015 | 18:30 Uhr

Neben sanften Hügeln in saftigem Grün,
sieht man purpur und rosa Heidekraut blühen.
Der Wind frischt auf, weht letzte Wolken fort.
Seit Jahrhunderten steht an diesem Ort
ein stolzes Castle als Zeichen der Macht.
Der Lord regiert friedlich mit viel Bedacht.

So zieht die Sonne auf ihre Weise,
übers fruchtbare Land tägliche Kreise.
Und abends zeigt sie ihr rotes Gesicht.
Die Schafe, sie grasen im Dämmerlicht.
Die Nacht bricht herein, man hört es wohl,
ein einsames Käuzchen ruft klar und hohl.

Dichte Nebelschwaden ziehen umher,
den freundlichen Tag, den gibt es nicht mehr.
Sieh da! Im Gang, eine Gestalt im Schatten.
Schleicht flink und leise wie hungrige Ratten.
Wen treibt’s zu so später Stund noch an diesem Ort,
durch feuchtkaltes Gemäuer? Den Sohn vom Lord.

Der einzige Erbe dieses Landes, der Sohn
will nicht länger warten, trachtet nach dem Thron.
Die Gefühle für den Vater längst vergessen.
Von Machtgier und Neid ist er besessen.
Er will sie an sich reißen die ganze Macht.
Wird den Vater töten, noch in dieser Nacht.

Er betritt den Schlafsaal mit zaghaftem Schritt,
ihn plagt das Gewissen bei jedem Tritt.
Noch könnt er’s lassen, noch könnt er zurück,
die Gier ist zu groß, der Dolch schon gezückt.
Jedoch von dem Mord soll niemand wissen.
Er greift fest entschlossen das seidene Kissen.

Er drückt es ins Gesicht ganz ohne Erbarmen.
Der Lord wehrt sich heftig mit Beinen und Armen.
Doch vergeblich, denn weit schon vor Mitternacht
hat der Sohn die abscheuliche Tat vollbracht.
Der künftige Herrscher schleicht sich heimlich fort.
Und unentdeckt bleibt der heimtückische Mord.

Der alte Lord ist wohl gestorben auf friedliche Weise,
und begab sich auf Grund seines Alters auf Todesreise.
So glaubt es das Volk, so steht es geschrieben.
Die Menge wird nun den neuen Lord lieben.
Was die Menschen nicht ahnen, was sie nicht wissen,
der neue Herrscher hat kein reines Gewissen.

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