SPLITTER : Das Dorf und seine 107-Jährige

Aufbau der Wasserversorgung wird trainiert.
Aufbau der Wasserversorgung wird trainiert.

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06. Januar 2016, 15:42 Uhr

Dergenthin ohne Feuerwehr – das geht gar nicht. „Seit 107 Jahren gibt es die im Dorf“, sagt Armin Pey. Und der muss es ja wissen, immerhin ist er seit 2008 Wehrführer. Zwölf aktive Kameraden sind sie, Mitglieder hat die Wehr aber um die 33, berichtet der Feuerwehrchef des Dorfes. Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank und Schlauchtransportanhänger – das ist ihre Technik und „damit kann man schon was bewegen“, so der Wehrführer. Im Verbund mit den anderen Wehren der Stadt ist es ihre Aufgabe, die Wasserversorgung über lange Strecken aufzubauen und die Einsatzstellen auszuleuchten. So um die 20 Einsätze im Jahr sind an der Tagesordnung, der letzte große war der Wohnhausbrand im Sommer im Dorf.

Mit einem Durchschnittsalter von etwas über 40 ist die Truppe fast noch jung. „Wir konnten jetzt einen richtig jungen Kameraden aufnehmen, der gegenwärtig zum Truppmann ausgebildet wird.“

A 14-Trasse, das Zünglein an der Waage

Noch ist die Trasse der A 14 im Bereich Dergenthin nicht festgelegt. „Wir verfolgen ganz genau das Geschehen, denn damit entscheidet sich auch, ob neben der Bahn noch eine Autobahn für mehr Schallbelastungen im Dorf sorgt“, betont Ortsvorsteher Dirk Rumpel. Die Dergenthiner erwarten insbesondere vom Landkreis, dass er seinen politischen Einfluss geltend macht, für seine Bürger. Und die plädieren für einen Trassenverlauf hinter Bentwisch, so wie die Bentwischer es auch fordern. „Damit verliefe die Trasse der A 14 in unserem Bereich dann zwischen dem Ende des Bahnhofes und dem Abzweig nach Nebelin.“

Sollte die Entscheidung jedoch anders ausfallen, würde man sich mit der Bentwischer Bürgerinitiative zusammenschließen. „Kontakte haben wir bereits aufgenommen.“ Aktiv sei man jedoch noch nicht geworden, weil es bisher noch keine Entscheidung zum Trassenverlauf gebe, so Rumpel.

Kirchenschatz

Ein Schatz der Dergenthiner ist ihre Kirche. Um das Jahr 1500 wurde die erste erbaut, berichtet Kirchenältester Andreas Buls. 1915 brannte das Gotteshaus jedoch fast bis auf die Grundmauern nieder. Nur der Ostgiebel blieb halbwegs erhalten. Auf den Grundmauern der alten Kirche wurde 1920 eine neue erbaut, der Fachwerkturm durch einen massiven ersetzt. „Eine enorme Leistung so kurz nach dem Krieg“, sagt der Kirchenälteste. Vorgesetzt wurde dem Gotteshaus die Patronatsloge, die damit eine gewisse Seltenheit aufweist, denn sie ist nur von außen erreichbar. 1990 bis ’91 wurde der Turm saniert, das Gebälk erneuert und er erhielt eine Kupferabdeckung. 2010 bis 2011 hatten die Handwerker wiederum das Sagen, wurde das Kirchendach neu eingedeckt und im Innern wurde der Holzwurm bekämpft. Übrigens, die alten Glocken aus dem Jahre 1920 rufen immer noch zum Gottesdienst und auch die historische Schuke-Orgel gibt es noch. Allerdings ist sie defekt. „Sie restaurieren zu lassen, ist unser großes Ziel“, so Buls.

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