Das ändert sich 2013

svz.de von
01. Januar 2013, 06:19 Uhr

Rente & Pflege

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt von 19,6 auf 18,9 Prozent. Bei einem Bruttogehalt von 2500 Euro ergibt sich für den Arbeitnehmer eine Entlastung von 8,75 Euro pro Monat.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt von 1,95 auf 2,05 Prozent (für Kinderlose von 2,2 auf 2,3 Prozent).

Die Beitragsbemessungsgrenze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt im Westen um 200 Euro auf 5800 Euro im Monat, im Osten um 100 auf 4900 Euro im Monat.

Auf dem Weg zur Rente mit 67 erreicht die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze die zweite Stufe: Neu-Rentner des Geburtsjahrgangs 1948 müssen 2013 für eine abschlagsfreie Rente zwei Monate über ihren 65. Geburtstag hinaus arbeiten.

Pflegebedürftige mit einer Demenzerkrankung können mehr Geld von der Pflegeversicherung bekommen. Liegt eine „erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz“ vor, erhöht sich das Pflegegeld in der Pflegestufe I um 70 auf 305 Euro und in Stufe II um 85 auf 525 Euro. Die Pflegesachleistung (also wenn ein professioneller Pflegedienst engagiert wird) steigt bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz um 215 auf 665 Euro in Stufe I und um 150 auf 1250 Euro in Stufe II. Bei Stufe III gibt es keinen Zuschlag.

Wer keine Pflegestufe, aber eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz hat, kann jetzt ebenfalls Pflegegeld oder Pflegesachleistung bekommen. In der sogenannten Pflegestufe 0 beträgt das Pflegegeld 120 Euro im Monat, die Pflegesachleistung 225 Euro. Dieses Geld gibt es zusätzlich zu den bislang möglichen Betreuungsleistungen von maximal 200 Euro. Außerdem können die Betroffenen bis zu 1550 Euro pro Jahr für eine Ersatzpflege in Anspruch nehmen, wenn die Hauptpflegeperson ausfällt.

Ambulante Pflegedienste können als Sachleistung jetzt auch Aufwendungen für „häusliche Betreuung“ bei der Pflegekasse geltend machen. Dazu gehört zum Beispiel das Vorlesen der Zeitung oder Spazierengehen mit dem Pflegebedürftigen.

Der Abschluss privater Zusatzversicherungen für den Pflegefall wird steuerlich gefördert. Es gibt bei einem Mindestbeitrag von 10 Euro pro Monat einen Zuschuss von 5 Euro pro Monat.

Kinder

Wer sein ein- oder zweijähriges Kind zu Hause betreut, erhält ab August 2013 ein Betreuungsgeld von monatlich 100 Euro.

Eltern, deren Kind ab 2013 geboren wird, erhalten wegen einer Änderung der Berechnungsweise weniger Elterngeld. Es zählen nicht mehr die konkreten Abzüge für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Stattdessen zieht die Behörde pauschal 21 Prozent ab. Der Wechsel der Lohnsteuerklasse lohnt nur noch, wenn er mindestens sieben Monate vor der Geburt des Kindes erfolgt, weil für die Berechnung künftig die Steuerklasse ausschlaggebend ist, die in den zwölf Monaten vor der Geburt überwogen hat.

Geld

Der Hartz-IV-Regelsatz für einen Single steigt von 374 auf 382 Euro. Das ist ein Plus von 2,1 Prozent. Der Regel-Satz für Partner erhöht sich um 8 auf 345 Euro, für Kinder bis sechs Jahre auf 224 Euro, für Kinder von sieben bis 14 Jahren auf 255 Euro und für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren auf 289 Euro.

Die Selbstbehaltsätze, also der Betrag, der einer Person monatlich zur freien Verfügung stehen muss, werden erhöht. Für Erwerbstätige, die für Kinder bis zum 21. Lebensjahr unterhaltspflichtig sind, erhöht sich der Satz von 950 auf 1000 Euro, für nicht Erwerbstätige von 770 auf 800 Euro. Die Selbstbehalte bei Unterhaltspflichten gegenüber Ehegatten, Mutter/Vater eines nichtehelichen Kindes steigen von 1050 auf 1100 Euro, gegenüber volljährigen Kindern von 1150 auf 1200 Euro sowie gegenüber Eltern von bisher 1500 auf 1600 Euro.

Ab 1. April können mehr Studenten als bisher einen Studienkredit von der KfW Förderbank bekommen. Das Höchstalter für Kreditnehmer ist von 34 auf 44 Jahre heraufgesetzt worden.

Verkehr

Führerscheine, die ab 19. Januar 2013 ausgestellt werden, laufen nach 15 Jahren ab.

Fahrerlaubnisklassen werden EU-weit auf einen Nenner gebracht. In der neuen Klasse AM verschmelzen die Klasse M für höchstens 45 km/h schnelle Mopeds mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum und die Klasse S für vergleichbare Kraftfahrzeuge mit drei und vier Rädern.

Innerdeutsche Fernlinienbusse bekommen freie Fahrt. Die Busse dürfen aber nur Haltepunkte im Abstand von mindestens 50 Kilometern anfahren.

Erstmals seit 1984 erhöht sich für Schwerbehinderte die Eigenbeteiligung für Bus- und Bahntickets: Sie müssen künftig 72 statt 60 Euro im Jahr bezahlen.

Pedelecs bis 25 km/h und 250 Watt fallen jetzt auch dann in die Kategorie Fahrrad, wenn sie über eine Anfahrhilfe bis 6 km/h verfügen.

Arbeitsmarkt

Die Bezugsdauer beim Kurzarbeitergeld wurde angesichts der sich abschwächenden Konjunktur auf bis zu zwölf Monate verdoppelt.

Die Verdienstobergrenze für steuerfreie Minijobs steigt um 50 auf 450 Euro. Wer eine solch geringfügig entlohnte Beschäftigung 2013 erstmals annimmt, muss aber Beiträge zur Rentenversicherung abführen. Betroffene können sich jedoch auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Ebenfalls um 50 Euro angehoben wird die Obergrenze für Beschäftigungsverhältnisse in der sogenannten Gleitzone: Für sie gilt eine Entgeltspanne zwischen 450,01 und 850 Euro.
Die höhere Minijob-Grenze kommt auch Frührentnern zugute: Sie dürfen bis zu 450 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne dass dies die Rente mindert.

In der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie bringen neu vereinbarte Branchenzuschläge Zeit- und Leiharbeitern mehr Geld. Die Staffel beginnt nach der sechsten Einsatzwoche mit einem Zuschlag von 7 Prozent. In der höchsten Stufe nach neun Monaten beträgt der Zuschlag 31 Prozent.

Verbraucher

Die Ökostromumlage steigt auf 5,28 Cent netto pro Kilowattstunde Strom. Das sind 1,69 Cent mehr als bisher. Hinzu kommen höhere Netzentgelte und andere Umlagen.

Ab 11. Juli 2013 dürfen Kosmetika, die Nanomaterialien enthalten, nur noch vermarktet werden, wenn sie entsprechend gekennzeichnet sind. Alle verwendeten Nanomaterialen müssen in der Liste der Bestandteile mit dem Zusatz „Nano“ versehen sein.

Der Fördersatz für die Nachrüstung von Partikelfiltern bei Dieselfahrzeugen sinkt von 330 auf 260 Euro. Für Nachrüstungen, die 2011 erfolgt sind, kann der Antrag auf Förderung bis zum 15. Februar 2013 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden. Nach diesem Stichtag gilt der niedrigere Fördersatz.

Die Bundesfinanzagentur bietet keine Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und Tagesanleihen mehr an.

Versicherungen bieten nur noch Unisex-Tarife an. Teurer wird es für Männer bei der Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge, für Frauen bei Risikoversicherungen.


Kommunikation

Die Post hat das Briefporto erhöht. Der Standardbrief bis 20 Gramm kostet 0,58 Euro (bisher 0,55 Euro). Beim Maxibrief steigt das Porto von 2,20 auf 2,40 Euro. Wer alte Briefmarkenbestände aufbrauchen will, kann Ergänzungsmarken kaufen.

Die Rundfunkgebühr wird komplett nach dem Prinzip „Eine Wohnung, ein Beitrag“ umgestellt. Die Zahl der Fernseh- und Radiogeräte oder die Zahl der Mitbewohner spielt keine Rolle mehr. Der Rundfunkbeitrag beträgt 17,98 Euro im Monat. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Wer eine Immobilie verkaufen oder vermieten will, ist verpflichtet, den Interessenten den Energieausweis vorzuzeigen. Bislang musste das nur auf Verlangen geschehen.

Das Kehrmonopol fällt nach vierjähriger Übergangszeit endgültig. Haus- und Wohnungseigentümer haben die freie Wahl, welchen Schornsteinfeger sie mit Überprüfungs-, Kehr- und Messarbeiten beauftragen.

Steuern

Der steuerliche Grundfreibetrag soll um 126 auf 8130 Euro im Jahr steigen. Das bringt im Monat max. zwei Euro zusätzlich.

Der Grundwehrsold beim freiwilligen Wehrdienst und das Taschengeld für den Bundesfreiwilligendienst sollen steuerfrei bleiben. Steuerpflichtig sollen bei Dienstverhältnissen ab 1. Januar 2013 unter anderem der Wehrdienstzuschlag, besondere Zuwendungen sowie unentgeltliche Unterkunft und Verpflegung werden. Erstmals steuerfrei gestellt sind Geldbezüge bei anderen Diensten, für die es auch Kindergeld gibt (zum Beispiel freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr).

Der steuerfreie Anteil bei Renten und Pensionen verringert sich für alle, die 2013 in Rente gehen, auf 34 Prozent.

Der Altersentlastungsbetrag sinkt für die Steuerpflichtigen, die ihn 2013 zum ersten Mal erhalten, auf 28,8 Prozent der Einkünfte (ohne Renten und Pensionen) bzw. höchstens 1292 Euro. Dieser Betrag bleibt steuerfrei.

Reine Elektrofahrzeuge einschließlich Brennstoffzellenfahrzeugen mit Erstzulassung vom 18. Mai 2011 bis 31. Dezember 2015 sollen für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden.

Die Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen wird für Hybrid- und Elektrofahrzeuge begünstigt. Der Bruttolistenpreis, von dem 1 Prozent der Lohnsteuer unterworfen werden muss, wird um die Kosten für die Batterie reduziert.

Die steuerfreie Übungsleiterpauschale soll von derzeit 2100 auf 2400 Euro steigen. Zudem soll die „Ehrenamtspauschale“ um 220 auf 720 Euro steigen.

Die elektronische Lohnsteuerkarte (ELStAM) kommt – in Etappen. Das Verfahren ist zum 1. Januar an den Start gegangen. Arbeitgeber haben aber noch das ganze Jahr Zeit umzustellen. Arbeitnehmer müssen besonders aufpassen. Freibeträge, zum Beispiel für Werbungskosten für Fahrten zur Arbeit, und die Steuerklassenkombination IV mit Faktor müssen neu beantragt werden.

Am 1. Januar greift die dritte von fünf Stufen der Tabaksteuererhöhung. Pro Packung werden für die Steuer vier bis acht Cent mehr fällig. Die Tabakindustrie rundet voraussichtlich auf zehn Cent pro Packung auf.

Der Sonderausgabenabzug bei der Basisrente (Rürup) steigt und beträgt ab kommendem Jahr 76 Prozent der geleisteten Beiträge. Ein alleinstehender Steuerzahler kann damit maximal 15 200 Euro geltend machen.

Gesundheit

Die Beitragsbemessungsgrenze in Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 3825 auf 3937,50 Euro im Monat. Die Versicherungspflichtgrenze (Jahresentgeltgrenze), unterhalb der sich Arbeitnehmer bei einer gesetzlichen Kasse versichern müssen, erhöht sich auf 52 200 Euro pro Jahr.

Seit 1. Januar 2013 entfällt die Praxisgebühr von 10 Euro im Quartal, die für den Besuch beim Arzt und Zahnarzt fällig geworden war.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen