Cottbus: „So ein Skandal“

Trainer Bojan Prasnikar brüllte in der Kabine vor Zorn, Manager Steffen Heidrich verlor vor Wut schäumend jegliche Kontrolle. „So ein Skandal“, schimpfte er nach dem unglücklichen 2:3 im Bundesliga-Kellerduell beim VfL Bochum. „Es ist Willkür und eine Verarschung.“

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13. Dezember 2010, 08:39 Uhr

Nach dem höchst umstrittenen wie spielentscheidenden Foulelfmeter an VfL-Fußballprofi Stanislav Sestak in der 78. Minute verschwand er in den Katakomben des Bochumer Stadions, um den Rest der Partie im Fernsehen anzuschauen. „Ich weiß nicht, was sonst passiert wäre“, sagte Energie-Manager Steffen Heidrich, der seinen Chefcoach noch nie so in Rage gesehen hatte: „Der ist völlig ausgerastet.“

„Hätten den ersten Elfmeter des Jahres bekommen müssen“Zielscheibe des fast zügellosen Zorns war der Stuttgarter Schiedsrichter Markus Schmidt, der bei einer Attacke des Bochumers Christian Fuchs im eigenen Strafraum gegen Dimitar Rangelow (22.) ein Auge zudrückte und elf Minuten vor Spielende keine „Schwalbe“ von Sestak erkennen konnte. „Auf dem Platz waren zwei Mannschaften und noch ein Etwas“, bemühte sich Prasnikar, dessen wieder auf einen Abstiegsplatz (16.) abgerutschtes Team zuvor drei Pflichtspiele ohne Niederlage gemeistert hatte, nach dem Ausbruch um moderates Auftreten. „Wir hätten den ersten Elfmeter des Jahres bekommen müssen“, sagte er zur Rangelow-Szene und fügte sarkastisch hinzu. „Nun müssen wir wohl bis zum nächsten Jahr warten.“

Torwart Tremmel: „Erstens war es außerhalb“Heidrich hatte schon mehrfach öffentlich eine Benachteiligung des FC Energie in entscheidenden Situationen angemahnt und kritisiert, dass umstrittene Szenen nie zugunsten seines Vereins ausgelegt würden. „Irgendwann muss man das auch mal ansprechen dürfen“, hatte er sich erst in der Vorwoche verteidigt. Torwart Gerhard Tremmel nahm zur Szene vor dem spielentscheidenden Elfmeter auch kein Blatt vor den Mund. „Erstens war er außerhalb, zum anderen hat ihn kein Spieler berührt. Den Elfer hat er gut geschunden und der Schiedsrichter ist drauf reingefallen“, meinte der in Bochum wieder toll haltende Gäste-Keeper. „Ich hoffe nur, dass uns das auch mal passiert“, fügte er hinzu. Sestak sagte auf die Frage nach der Berechtigung des Elfmeters nur süffisant schmunzelnd: „Der Schiri hat gepfiffen.“

Für den VfL Bochum gilt dagegen das Motto: „Neues Jahr, neues Glück.“ Mit elf Punkten führt der Revierclub gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg die Rückrunden-Tabelle an, nachdem er in der ersten Saisonhälfte in den 17 Partien nur elf Zähler holte. „Wir haben in der Hinrunde auch nicht immer grottenschlecht gespielt, aber in entscheiden Momenten fehlte das Quäntchen Glück“, meinte VfL-Trainer Marcel Koller. Für den dritten Heimerfolg in Serie sorgten die Tore von Joel Epalle (12.), Christian Fuchs (50.) und jener Elfmeter, den Marc Pfertzel (79.) verwandelte. Die Gegentreffer hatten Ivica Iliev (2.) und Emil Jula (50.) erzielt. „Wir haben glücklich durch den Elfmeter drei Punkte gewonnen. Es ist klar, dass Cottbus unzufrieden ist“, räumte selbst Koller ein.

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