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22. November 2017 | 06:51 Uhr

Costa Ricaner als Held von Boston gefeiert

vom

svz.de von
erstellt am 16.Apr.2013 | 07:49 Uhr

Nachdem die Sprengsätze in Boston detoniert waren, dachte Carlos Arredondo nicht lange nach - er packte mit an. Auf vielen Bildern ist der langhaarige Mann zu sehen, wie er mit einem Sanitäter ein blutverschmiertes Opfer zu einem Rettungswagen bringt. Der junge Mann hatte bei der Explosion offenbar beide Beine verloren, wegen des beherzten Einsatzes von Arredondo überlebte er jedoch. "So viele haben mich um Hilfe gebeten, aber ich konnte nur einem helfen", sagt Arredondo auf Youtube. "Ich habe die ganze Zeit mit ihm geredet. Ich habe gesagt: ,Bleib bei mir. Bleib bei mir." Die US-Presse feiert den Einwanderer aus Costa Rica nun als Helden. Der 52-Jährige feuerte Läufer an, die in Gedenken an gefallene Soldaten am Marathon teilnahmen. Arredondos Sohn war 2004 im Irak getötet worden.


78-Jähriger trotz Sturzes bei Explosion im Ziel

Die Bombenexplosion hat einen 78 Jahre alten Marathonläufer kurz vor der Ziellinie von den Beinen gerissen. Doch Bill Iffrig rappelte sich auf und schaffte es noch über die Ziellinie. Die Detonation und sein Sturz waren auf einem Video zu sehen, das CNN immer wieder zeigte. "Es war eine riesige Explosion, es hörte sich wie eine Bombe an, die direkt neben mir explodierte", sagte Iffrig. Er fiel zu Boden. Sofort sei ein Streckenposten bei ihm gewesen. "Er half mir über die Ziellinie, damit ich das Rennen beenden konnte", sagte Iffrig. Der Veteran war einer von 17 000 Läufern, die das Ziel erreichten.



Brüder an Ziellinie – jeder verliert ein Bein

Zwei Brüder standen an der Marathon-Zielgeraden in Boston, als die Bomben explodierten - und beide verloren ein Bein. Wie der "Boston Globe" berichtete, erhielt die Mutter nach dem Anschlag einen Telefonanruf ihres zweitältesten Sohnes. Der 31-Jährige habe sich aus einer Klinik gemeldet und gesagt: "Mama, ich bin sehr schwer verletzt." Seine Beine seien schlimm verbrannt. Sein älterer Bruder (33) habe neben ihm gestanden, aber er wisse nicht, was mit ihm passiert sei. Wenig später habe die Mutter dann erfahren, dass sich ihre beiden Söhne in verschiedenen Krankenhäusern befinden. Beide hätten ein Bein vom Knie abwärts verloren.


Feierabend trotz Terrors: Spanien setzt Konsul ab

Spanien hat seinen Konsul in Boston abgesetzt, weil dieser ungeachtet des Attentats beim Marathonlauf sein Büro am Montagabend pünktlich um 18 Uhr Ortszeit geschlossen hatte. Pablo Sánchez Terán sei "wegen Nichterfüllung seiner Pflichten" des Amtes enthoben worden, teilte das Außenministerium gestern in Madrid mit. Dieses Verhalten sei "schlicht und einfach inakzeptabel". Mehrere Spanier hätten sich beschwert, sie hätten vom Konsulat weder Hilfe noch Informationen bekommen. 91 Spanier hätten am traditionsreichen Lauf teilgenommen.

Football-Profi spendet für (nicht)gefangene Pässe

Danny Amendola (27), Profi-Footballer von den New England Patriots, unterstützt die Opfer des Attentats. "Ich spende in der nächsten Saison 100 Dollar für jeden gefangenen Pass", schrieb der NFL-Profi bei Twitter. Doch das ist nicht alles. Amendola stiftet 200 Dollar für jeden Ball, den er nicht zu fassen bekommt.

Reisen nicht kostenlos stornierbar

Angst wegen der Bombenanschläge in Boston reicht nicht, um eine bereits gebuchte Reise in die USA kostenlos stornieren zu können. „Wer eine Reise nach New York, Las Vegas oder Kalifornien gebucht hat, muss diese antreten oder die Stornokosten tragen“, erklärte Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. „Schlechtes Gefühl erlaubt keine kostenlose Stornierung, es braucht objektive Gründe.“ Wer einen Urlaub in Boston geplant hat, müsse schauen, wie die Situation vor Ort genau ist. So läge theoretisch ein Fall von höherer Gewalt vor, falls zum Beispiel wegen polizeilicher Sperrungen eine Mietwagenreise nicht wie geplant ablaufen könnte. Sowohl Reiseveranstalter als auch Reisende könnten in so einem Fall ihren Vertrag kündigen.

Längere Wartezeiten an US-Flughäfen

Nach den Anschlägen von Boston müssen Reisende an den Flughäfen der USA mit längeren Wartezeiten rechnen. US-Präsident Barack Obama und Heimatschutzministerin Janet Napolitano haben „Maßnahmen“ angekündigt, „um die Menschen zu schützen und die Sicherheit in den USA zu erhöhen“. Viele Flughäfen haben daraufhin ihre Kontrollen verstärkt – was die ohnehin langen Warteschlangen noch länger machen könnte. An vielen US-Bahnhöfen und Flughäfen patrouillieren Sicherheitskräfte mit Sturmgewehren und Helmen.

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