Sonnenbrand, Kreislaufprobleme, Hitzschlag : Cool durch den Sommer

Hilfe, Luft: Hunde dürfen bei Hitze auf keinen Fall im Auto bleiben, auch nicht bei heruntergelassenem Fenster.
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Hilfe, Luft: Hunde dürfen bei Hitze auf keinen Fall im Auto bleiben, auch nicht bei heruntergelassenem Fenster.

Jedes Jahr sterben Haustiere aufgrund von Sommerhitze. Deshalb brauchen sie auch genügend Wasser und Schatten.

svz.de von
14. Juli 2014, 11:50 Uhr

Jedes Jahr sterben Haustiere aufgrund von Sommerhitze. „Bei steigenden Temperaturen sollten Menschen ihre Vierbeiner genau beobachten, um Veränderungen sofort zu erkennen“, sagt Marion Dudla vom Tierschutzbund in Bonn. Bei Meerschweinchen reichen schon 30 Grad für den Hitzetod.

„20 Grad und die Möglichkeit auf einen Schattenplatz sind für Tiere optimal“, sagt Claudia Pfister von der Bundestierärztekammer in Berlin. Denn im Gegensatz zum Menschen können Haustiere kaum schwitzen. Für alle Tiere gilt: Im Sommer brauchen sie immer Schatten und Wasser, sagt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten in Hamburg. Halter kontrollieren Tränken am besten öfter.

Am gefährlichsten ist für Tiere im Sommer das Auto. „Das Wageninnere wird schnell zum Backofen“, warnt Pfister. Auch ein geöffnetes Fenster, ein Schälchen Wasser oder Parken im Schatten seien da nutzlos. „Wenn sich Autofahrten bei Hitze nicht vermeiden lassen, sorgen feuchte Handtücher an der Scheibe für Abkühlung“, sagt Thiesmann.

Dass ihr Tier überhitzt ist, erkennen Halter an starkem Hecheln, Übergeben, Durchfall oder Mattheit. Dann können sie Pfoten und Beine in nasse, kühle Handtücher einwickeln. Sind die Schleimhäute blass, die Herzaktion schwach und die Reaktionen langsam, hat das Tier massive Kreislaufprobleme. Was den einzelnen Tierarten bei hohen Temperaturen am besten bekommt, zeigt der folgende Überblick:

KatzenSie lieben kurze Sonnenbäder, suchen sich dann aber ein schattiges Plätzchen und verbringen im Sommer viel Zeit mit Ruhen, sagt Thiesmann. Wohnungskatzen sollten Zutritt zu kühlen Räumen haben. „Futterreste müssen schnell entfernt werden, da sie sonst gären.“

HundeDie Morgen- und Abendstunden eignen sich für Gassigehen und Training am besten im Sommer. Manche Hunde baden gern, um sich abzukühlen. „Da ist ein Wasserbecken im Garten gut“, empfiehlt Marion Dudla – auch für Nichtschwimmer. Wer ein feuchtes Tuch auf den Hund legt, verschafft ihm zusätzlich Abkühlung, sagt Birgitt Thiesmann.

Meerschweinchen,

Hamster und

KaninchenNager sind bei Hitze besonders anfällig. „Sie sollten nie der direkten Sonne ausgesetzt sein“, sagt Thiesmann. Steht der Käfig auf dem Balkon, darf er nie länger unbeaufsichtigt bleiben. Auch am Fenster ist kein guter Platz. „Die Scheibe wirkt wie Brennglas“, sagt Dudla. Am besten bietet man Nagern schattige und sonnige Bereiche. Kacheln bieten einen kühlen Untergrund.

VögelWeil sie nicht schwitzen können, leiden sie stark unter Hitze. „Hilfreich ist, den Käfig zum Großteil mit einem hellen und luftdurchlässigen Tuch abzudecken“, rät Thiesmann. Bei Freivolieren müssen dicht belaubte Äste Schatten spenden. Auch ein Bad nehmen viele Vögel an. „Einige lassen sich mit einer Blumendusche besprühen“, sagt Pfister.

PferdePferde nutzen die ganze Körperfläche zum Schwitzen. Pfister: „Das kann für sie lebensgefährlich werden, wenn sie ihren Wasserhaushalt nicht auffüllen können.“ Sie brauchen einen Salzleckstein für den Mineralienhaushalt und genügend Trinkmöglichkeiten. Offene Wannen oder Bottiche eignen sich nicht, da das Wasser faulig wird und Mücken Eier ablegen. Besser: Selbsttränken oder geschlossene Tankwagen.

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