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19. August 2017 | 01:55 Uhr

Palma de Mallorca : Bummel mit Bikini ist tabu

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Sittengesetze in Palma de Mallorca: Touristen drohen hohe Geldstrafen für „unzivilisiertes Verhalten“

Jetzt ist Schluss mit Sünden, Saufgelagen und Straßensex am Ballermann. Die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca veröffentlichte nun ein neues Sittengesetz, das mit der Zügellosigkeit an Mallorcas berühmtester Partymeile, an der Playa de Palma, für immer aufräumen soll. Die neuen Benimm-Regeln, welche Mitte Mai in der Inselhauptstadt in Kraft treten werden, sehen empfindliche Geldstrafen für „unzivilisiertes Verhalten“ vor.

Verboten ist in der Zukunft auch, halbnackt oder in Badekleidung durch die historische Altstadt Palmas zu bummeln. Eine Unsitte, die schon lange die Bewohner der Inselhauptstadt auf die Palme bringt. Männliche Touristen, die ohne Hemd über der Hose erwischt werden oder weibliche Feriengäste, die nur mit Bikini bekleidet viel Haut zeigen, müssen demnächst mit Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro rechnen.

„Wir dulden Urlauber in Badekleidung an den Straßen entlang der Strände“, aber in der Stadt sei dies nicht mehr tragbar, erklärt Álvaro Gijón, Palmas Tourismus-Stadtrat. Die Touristen könnten also durchaus in Badehose vom strandnahen Hotel zum Liegestuhl im Sand gehen. Oder leicht bekleidet in einer der Ballermann-Schänken auf der Strandpromenade eine Sangria trinken. Aber wer allzu freizügig beim Shoppen in der City gesehen wird, bekommt Ärger mit der Polizei.

Auch der ausufernden Straßenprostitution, die vor allem im Ballermann-Viertel und in der Umgebung der Hotels für Probleme sorgt, wird der Kampf angesagt. Wobei nicht die Straßendirnen, sondern nur die Kunden verfolgt werden sollen. Wer also beim Anbahnen eindeutiger „geschäftlicher Gespräche“ den Ordnungshütern auffällt, kann wegen einer „schweren Ordnungswidrigkeit“ mit 200 bis 400 Euro bestraft werden.

Das Gleiche gilt für jene Saufgelage, die auf Straßen, Plätzen und vor allem am Strand für unschöne Szenen sorgen. Nur in Wirtschaften und Biergärten darf künftig noch lautstark und bis zum Umfallen gebechert werden.

Das neue kommunale „Gesetz für bürgerliches Benehmen“ listet gleich noch eine ganze Latte von Unsitten im öffentlichen Raum auf, bei denen die Polizei nicht mehr wegschauen wird: Dazu gehört zum Beispiel das Urinieren an Hauswänden, auf die Straße spucken, Hundehaufen, Wegwerfen von Zigarettenkippen, Stören der Mittags- und Nachtruhe sowie das Radfahren auf den Gehwegen. Auch das als „Balconing“ bekannte Balkonklettern in den Hotelanlagen wird jetzt bestraft, weil es dabei jedes Jahr tödliche Unfälle gibt.

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erstellt am 28.Apr.2014 | 12:00 Uhr

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