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18. Dezember 2017 | 21:41 Uhr

Bürgermeister: „Es ist Katharina“

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2012 | 02:43 Uhr

Lange haben die Helfer auf Rügen vergeblich nach der kleinen Katharina aus Brandenburg gesucht. Die Zehnjährige war bei einem Küstenabbruch an Weihnachten ums Leben gekommen. Jetzt wurde die Leiche eines Mädchens unweit der Abbruchstelle auf Rügen gefunden.

Einen Monat nach dem Steilküstenabbruch am Kap Arkona auf Rügen ist das Schicksal der kleinen Katharina aus Brandenburg vermutlich geklärt. Die Zehnjährige war dabei verschüttet worden. Am Dienstagmorgen wurde nahe der Unglücksstelle ein totes Mädchen gefunden, bei dem es sich nach Überzeugung des Bürgermeisters der Gemeinde Putgarten, Ernst Heinemann, um die vermisste Zehnjährige handelt. Er sei beim Bergen des Leichnams dabei gewesen und habe das Kind erkannt. „Das ist Katharina“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Wir sind erleichtert, dass wir der Mutter sagen können, wir haben sie gefunden.“

Das Mädchen aus dem brandenburgischen Plattenburg war am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einem Spaziergang mit Mutter und Schwester ums Leben gekommen, als sich urplötzlich mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Geröll aus dem 35 Meter hohen Steilküstenkliff über ihnen gelöst hatten und in die Tiefe stürzten. Mutter und ältere Schwester wurden verletzt, Katharina blieb trotz intensiver Suche verschwunden. Seit dem Abbruch wird die Steilküste dort laufend kontrolliert. Bei solch einem Kontrollgang hätten Mitarbeiter des Fördervereins Arkona den Leichnam am Morgen entdeckt, sagte Heinemann. Das tote Mädchen habe nur 20 Meter nördlich der Abbruchstelle am Ufer gelegen. Möglicherweise hat der in der Nacht herrschende Ostwind die Leiche an- oder auch freigespült. Kriminalisten sicherten laut Polizei Spuren.

Die weiteren Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Stralsund übernommen. „Es spricht vieles dafür, dass es sich bei der Leiche um das zehnjährige Mädchen handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte. Die Leiche werde nun rechtsmedizinisch untersucht. Dabei würden der Zahnstatus, DNA und auch die Kleidungsstücke abgeglichen. Ergebnisse lägen frühestens am Mittwoch vor. Nach zwei Wochen Suche hatten die Helfer am 8. Januar die Bergungsarbeiten ergebnislos abgebrochen - obwohl Leichenhunde immer wieder an der Abbruchstelle angeschlagen hatten. Mit Schaufeln und zuletzt einem Bagger hatten sie teilweise bis zu sieben Meter tief Kreide- und Gesteinsmassen abgetragen und nach Überresten der kleinen Katharina durchsucht. Weil die Leiche nicht gefunden worden war, gingen die Behörden zuletzt davon aus, dass das Kind unter dem Druck der herabstürzenden Geröllmassen ins Meer gespült worden sein könnte.

Bei einer bewegenden Trauerfeier hatten die Helfer und die Gemeinde Putgarten am 14. Januar Abschied von dem Mädchen genommen. Der Vater hatte dabei den Helfern für ihren Einsatz gedankt und gesagt, es wäre leichter, von seiner Tochter Abschied zu nehmen, wenn Katharina gefunden worden wäre.

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