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Hafenwirtschaft MV : Brüderschaft der Lotsen verstärkt sich

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Heimische Lotsen ziehen gute Bilanz ihrer Dienstleistungen. Allein in Rostock um 3,5 Prozent zugelegt. 100 Lotsungen in Mukran

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erstellt am 29.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Der Frachter „Navita“ läuft aus, wenig später folgt der neue LNG-Zementcarrier „Greenland“ und umgekehrt steuert der Hopperbagger „Causeway“ den Rostocker Hafen an. Hier werden gleich drei Schiffe mit Kränen von Liebherr bestückt, lädt „Samjohn Liberty“ Weizen für den Jemen, löscht „Miho Pracat“ Kohle aus Russland für das Kraftwerk, um nur einiges zu nennen.

Im Hafen pulsiert also das Umschlaggeschehen, fordert auch die Lotsen über die Festtage und den Jahreswechsel hinaus. Sie können im zu Ende gehenden Jahr erneut eine gute Bilanz ihrer Dienstleistungen ziehen, belegt Lotsenältermann Christian Subklew (61).

7968 Lotsungen erfolgten durch sie 2015 im heimischen Revier, etwa 300 mehr als im vorigen Jahr. Im Rostocker Bezirk wurden 4777 Schiffe bedient – eine Steigerung zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Allein 175 Kreuzliner-Anläufe sind verzeichnet, 163 in Warnemünde und zwölf im Seehafen, sechs Anmeldungen wurden witterungsbedingt storniert. Größtes Schiff war der 329,90 Meter lange und 47,20 Meter breite Kreuzfahrtriese „Regal Princess“. Als größter Tanker steht die 246 Meter lange und 43,8 Meter breite „Solviken“ und als größter Bulker die 250 Meter lange und 38 Meter breite „Yeoman Bontrup“ zu Buche. Den Fischereihafen steuerte mit der „Jetstream“ ein 180 Meter langer Frachter an. Die Schiffe transportierten Getreide, Ölprodukte, Kohle, Düngemittel, Baustoffe, Holz und Stückgut sowie Projektladungen für die Industrieansiedler. 576 Lotsungen erfolgten hier allein im August.

Im Stralsunder Bezirk waren mit 1446 Schiffen etwa 150 mehr als im Vorjahr zu bedienen, bedingt unter anderem durch diverse Baggerarbeiten. Im Lotsbezirk, zu dem neben Stralsund auch die Häfen Vierow, Ladebow, Lubmin und Wolgast gehören, bestimmten unter anderem Produkte wie Gips, Getreide, Heizöl und Splitt die Güterpalette. Dazu kommen noch über 100 Lotsungen für Mukran, die nach einer Verwaltungsvereinbarung das Dienstleistungsprogramm erweitern. Hier gewinnen zunehmend größere Getreide-Verschiffungen Bedeutung. So steuerte auch der 230 Meter lange Bulker „Bottiglieri“ den Hafen an.

Im Lotsbezirk Wismar erfolgten 1638 Lotsungen, was etwa der Größenordung des Vorjahres entspricht. In Wismar machte erst am 21. Dezember mit der 205,5 Meter langen „Albatros“ das größte Schiff des Jahres fest. Sechs Kreuzliner-Anläufe waren durch die Lotsen hier zu betreuen. Als größter Bulkcarrier verschiffte hier die 185 Meter lange „Trudy“ Salz. Ein Highlight war die Verholung eines Schwimmdocks von der Lürssen-Werft zur Reparatur durch Nordic Yards – ein 205 Meter langer und 35 Meter breiter Schleppzug. Am 22. Dezember wurde hier auch der Arktisfrachter „Beringov Proliv“ übergeben. Die 32 Lotsen der Brüderschaft können auf ihrer Jahreshauptversammlung Ende Januar insgesamt also eine gute Bilanz ziehen. Durch drei Nautiker wird ihre Crew ab März voraussichtlich verstärkt. Nach erfolgter Einarbeitung stehen für die Aspiranten Mitte Februar die Prüfungen an.

Die Brüderschaft Wismar- Rostock-Stralsund hat rechtzeitig die Verjüngung eingeleitet. Ihre Kollegen an Elbe und Nord-Ostsee-Kanal beklagen dagegen große Nachwuchssorgen, weiß Subklew aus seiner Tätigkeit als Vizepräsident der Bundeslotsenkammer. Gegenwärtig arbeiten 980 deutsche Lotsen in neun Brüderschaften. Um diese Kapazitäten zu sichern, hat die Kammer dem Bundesverkehrsministerium Vorschläge zur künftigen Seelotsenausbildung unterbreitet.

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