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20. November 2017 | 07:03 Uhr

Braune Teufel und bunte Bilder

vom

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2012 | 08:05 Uhr

Es gibt Momente, in denen die neuen Nazis ihre Maske fallen lassen. Die NPD-Chefideologen erscheinen dann nicht mehr als die Kümmerer und die "guten Deutschen", als die sie sich so gerne darstellen. Nein, sie entblößen sich als diejenigen, die alles Fremde scheuen wie der Teufel das Weihwasser. So war auf einer Schautafel auf dem Gelände des Pressefestes der "Deutschen Stimme" die Parole zu lesen: "Die Demokraten bringen uns den Volkstod!" Die Botschaft ist klar: Das Deutsche in Deutschland geht angeblich unter.

Doch die Teilnehmer der Menschenkette haben die richtigen Antworten gegeben: Wir wollen nicht, dass die NPD unsere Heimat als "national befreite Zone" besetzt. Die NPD und ihre Kameradschaften, das beweist der zitierte Satz aufs Neue, hassen die Demokratie, sie wollen sie abschaffen. Jeder der solchen Sprüchen auf den Leim geht, weil er wie die NPD-Ideologen auch Demokraten mit weltfremden Politikern und Bürokraten gleichsetzt, sollte sich vor Augen halten, was uns mit unserer Demokratie genommen würde: Die Möglichkeit des freien Reisens in alle Herren Länder. Die Vielfalt der Bildung, Schule und Studium im Ausland. Der Austausch mit fast allen anderen Kulturen auf dieser Erde, so sie denn nicht von Diktatoren beherrscht werden. Die Meinungsfreiheit und -vielfalt in Kultur und Medien. Die Möglichkeit der Wahl zwischen politischen Alternativen.

Ja und, um es ganz anschaulich zu sagen: Die Möglichkeit, in Deutschland beim Griechen, Italiener, Spanier, Chinesen und Vietnamesen essen zu gehen. All diese Beispiele manifestieren sich in Werten wie Toleranz und Meinungsvielfalt, Internationalismus und Multikulti, die längst selbstverständlich sind und die wir daher vielleicht nicht immer als Wert schätzen. Gerade der Austausch mit anderen Kulturen befruchtet jedes Land, auch Deutschland. Erinnert sei nur an die Geschichte zwischen 1933 und 1945: Die alten Nazis sorgten dafür, dass unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg verwüstet war, Millionen Menschen sterben mussten für eine Ideologie, die letztlich ebenfalls auf Abgrenzung und Ausgrenzung setzte und damit nicht nur zum Tod eines Volkes, sondern zum Völkermord führte.

Dem Aktionsbündnis ist zu danken. Es hat dafür gesorgt, dass bunte statt braune Bilder in Erinnerungen bleiben vom 11. August in Vorpommern, bunte Bilder für ganz Deutschland, transportiert durch viele überregionale Medien. Den Initiatoren ist ein langer Atem zu wünschen. Im Sinne einer Losung am Rande der Demokratiemeile: "Keine Toleranz für Intoleranz!"

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