Brähmer sagt Kampf ab

Der Schweriner Box-Profi Jürgen Brähmer von der Hamburger Universum-Boxpromotion hat gestern Nachmittag überraschend „aus persönlichen Gründen“ seinen Kampf im Supermittelgewicht beim morgigen Universum-Profiabend in Halle/S. abgesagt

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22. Februar 2008, 02:48 Uhr

Halle/Schwerin- „Jürgen Brähmer musste seinen Kampf im Supermittelgewicht gegen den Argentinier Pablo Daniel Zamora Nievas leider aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen“, hieß es lapidar in einer E-Mail seines Boxstalls, die uns gestern Abend erreichte.

Mehr als dieser Fakt war am Abend weder von Universum noch von Jürgen Brähmer selbst zu erfahren. „Das ist der Informationsstand, den wir im Moment öffentlich machen. Mehr sagen wir heute nicht. Womöglich schicken wir morgen eine Pressemitteilung raus, in der wir uns zu den Gründen äußern“, hielt sich Universum-Pressesprecher Christof Hawerkamp bedeckt. Und auch Jürgen Brähmer selbst blieb am Telefon recht schweigsam, meinte lediglich. „Wir haben eine Presse-Abteilung, die dafür zuständig ist. Wenn die sich morgen äußern will, gibt es ja Informationen. Ich selbst sage gar nichts.“

Diese seltsame Universum-Mitteilung lässt viel Raum für Spekulationen. Laut unseren Informationen soll es sich bei den Problemen aber auf keinen Fall um eine Gesetzesübertretung des vorbestraften Junioren-Weltmeisters von 1996, der sich noch in der Bewährungszeit befindet, handeln.

Denkbar sind hingegen Vertragsstreitigkeiten mit Universum hinsichtlich der Kampfbörse oder der Positionierung Brähmers hinter Hauptkämpfer Thomas Ulrich oder Probleme im privaten Umfeld, die eine Konzentration auf das Boxen derzeit nicht zulassen. Nach den vorsichtigen Äußerungen beider Seiten zu schließen, halten sich aber offenbar sowohl Universum als auch Brähmer ein Hintertürchen offen. So scheint es nicht unmöglich, dass die Probleme noch kurzfristig ausgeräumt werden können und Brähmer doch noch in den Ring steigt.

Auch Sturm-Kampf stand 2007 vor einer Absage
Das wiederum wäre nicht der erste Fall bei Universum. Der Kampf Felix Sturms um die WBA-WM im Mittelgewicht am 28. April 2007 in Oberhausen gegen den spanischen Titelverteidiger Javier Castillejo wurde von Universum kurzfristig abgesagt. Seinerzeit ging es um finanzielle Nachforderungen Sturms, wie Brähmer übrigens ein Schützling von Michael Timm. Die Streitigkeiten konnten noch rechtzeitig beigelegt werden. Sturm gewann einstimmig nach Punkten und ist seither Weltmeister nach WBA-Version.

In Halle sollte der Schweriner gegen den Argentinier Pablo Daniel Zamora Nievas boxen, der für den eigentlich vorgesehenen, aber in der vergangenen Woche verletzten Venezolaner Gusmyl Perdomo als Brähmer-Gegner einspringen wollte. Für den 29-jährigen Schützling von Trainer Michael Timm sollte der Kampf eine weitere Standortbestimmung auf dem angestrebten Weg zum Weltmeistertitel werden.

Brähmer, der seit dem Sieg gegen seinen Universum-Stallgefährten Mario Veit im September 2007 in Rostock den Gürtel eines Interkontinentalmeisters nach Version der World Boxing Organization (WBO) in seinem Besitz hält, wird in allen aktuellen Weltranglisten unter den Top Fünf geführt, bei den Verbänden WBA und WBO ist er sogar die Nummer eins.

Hauptkämpfer des Hallenser Kampfabends ist Halbschwergewichtler Thomas Ulrich (Berlin), der seinen EM-Titel gegen den Ukrainer Juri Barashian verteidigen will.

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