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"Blühe deutsches Vaterland": CDU will Hymne öfter singen lassen

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erstellt am 02.Okt.2012 | 11:59 Uhr

Rostock | "Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland." Die ersten Worte der Nationalhymne gehen den meisten Menschen noch zügig über die Lippen. Bei "Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand", müssen jedoch schon einige passen. Bis zur Schlusszeile "Blühe deutsches Vaterland!" kommen noch weniger. Für viele der über 40-Jährigen mit ostdeutschen Wurzeln hat die Hymne keine Bedeutung, zu sehr geprägt sind sie von "Auferstanden aus Ruinen", der einstigen DDR-Hymne von Johannes R. Becher. Einer Umfrage aus dem Jahr 2009 zufolge kennen 51 Prozent der Westdeutschen den Text der deutschen Nationalhymne, bei den Ostdeutschen ist es nur ein Drittel. "Es ist bedauerlich, dass der Wert der Hymne in der Bevölkerung immer weiter sinkt", sagt der CDU-Landtagsabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern, Marc Reinhardt. Für ihn ist es wichtig, dass das Lied der Deutschen den jungen Menschen in der Schule nahe gebracht wird. Im Sozialkundeunterricht könne über Sinn und Inhalt diskutiert werden - auch über die erste Strophe mit der umstrittenen Textzeile "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt." Es geht Reinhardt nicht nur um die theoretische Kenntnis. "Die beste Möglichkeit, den Text zu lernen, ist zu singen." Dafür ist dann der Musikunterricht da.

Eine große Rolle spielten Vorbilder, auch die Spieler der Fußballnationalmannschaft. "Ich erwarte von jedem Fußballer, der für Deutschland spielt, dass er die Hymne mitsingt", betont Reinhardt. Bei diesen schlechten Vorbildern sei es nicht verwunderlich, dass junge Menschen keine Beziehung zur Hymne hätten. Die vielen schweigenden Spieler bei der Fußball-EM hatten für Diskussionen gesorgt.

"Politische Symbole wie Flaggen oder Hymnen sind wichtig", meint auch Jochen Schmidt, der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in MV ist. "Von Bedeutung ist aber, dass diese Symbolik mit demokratischen Inhalten gefüllt ist." Für ihn spielen die Schulen die entscheidende Rolle. Die Schüler sollten an die Hymne herangeführt werden und sich selbst ein Urteil bilden. Dabei sollte Auswendiglernen nicht das Mittel der Pädagogik sein. "In der politischen Linken gibt es viele, die den Gedanken des Nationalstaates wenig schätzen, somit auch nationale Symbole wie die Hymne", sagt der MV-Linken-Chef- Steffen Bockhahn. Die deutsche Hymne sei durch ihren vollständigen Text und wegen der Verwendung bei den Nazis belastet. "Es gibt viele andere sehr geeignete Lieder." Erinnert sei hier an die Kinderhymne von Bertolt Brecht.

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