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22. August 2017 | 20:23 Uhr

Blamage für das Studentenparlament

vom

Rostock | Im Studentenparlament (Stura) herrscht das Chaos: Erst soll eine Beitragserhöhung von drei Euro beschlossen werden, dann findet der Asta-Referent für Finanzen, Benjamin Pleban, überraschend 150 000 Euro an Rückstellungen. Wieso die Rücklagen bisher übersehen wurden und wie hoch die Schulden der Studentenschaft sind, bleibt unklar. Selbst die Betroffenen wissen darauf keine Antwort. So scheint sich Hilflosigkeit breit zu machen. Stura-Präsidentin Wera Pustlauk sagte zum Ende der vergangenen Stura-Sitzung: "Wir haben es wieder einmal geschafft, uns komplett lächerlich zu machen." Beschlossen wurde letztlich eine Erhöhung des Semesterbeitrags um einen Euro.

Seit dem 30. November steht das Problemthema Haushalt auf der Tagesordnung des Stura und sorgt seither für Diskussionsstoff. Den Durchblick scheinen die meisten längst verloren zu haben. So ging es am 30. November zunächst um den Nachtragshaushalt. Schulden mussten dabei mit einkalkuliert werden. Wie hoch diese sind, weiß Pustlauk jedoch nicht. Auch im neuen Haushaltsjahr wird es Probleme finanzieller Art geben. Darum wurde im Studentenparlament über eine Beitragserhöhung diskutiert. Zehn statt der bisherigen sieben Euro standen für die chaotische Selbstverwaltung zunächst zur Debatte.

Doch bereits in der folgenden Sitzung wurden diese Pläne zu den Akten gelegt, denn plötzlich hatte der Asta-Referent für Finanzen, Benjamin Pleban, 150 000 Euro an Rückstellungen entdeckt. Damit könnten die größten Finanzlöcher gestopft werden, so Pleban. Wo dieses Geld herkommt und wieso er es bisher übersehen hat, bleibt offen und interessierte die Stura-Mitglieder nicht weiter, denn damit wird das Haushaltsproblem zumindest kleiner. Stura-Präsidentin Pustlauk sagt: "Die Höhe der eventuell auf uns zukommenden Forderungen können wir noch nicht abschätzen. Jedoch wurde bei der Einstellung des sehr hohen Betrags in den Topf Nachzahlungen, Rechts- und Beratungskosten vom schlimmsten Fall ausgegangen." Da nicht klar ist, ob der Geldfund allein die Schulden decken wird, wurde nun eine Beitragserhöhung in Höhe von einem Euro beschlossen, also von sieben auf acht Euro.

Das so genannte Schwarze Haushaltsloch begleitet die Studentenschaft der Uni Rostock schon seit mehreren Legislaturperioden. Dieses bezeichnet Rückzahlungen in unbekannter Höhe an das Finanzamt aufgrund von Misswirtschaft in den Vorjahren. Bereits zum Sommersemester 2011 stieg der Semesterbeitrag von fünf auf sieben Euro, weil damals ein Haushaltsloch in Höhe von 65 000 Euro klaffte. Diese Summe habe sich über Jahre hinweg angesammelt. Mit der Beitragserhöhung im Sommer sollten die regelmäßig stattfindenden Projekte gerettet werden, denn auf die zahlreichen Veranstaltungen, die die Studentenschaft regelmäßig organisiert, wollte niemand verzichten. Das Musik-Event Campusexplosion musste am Ende jedoch trotzdem gestrichen werden. Es war schon im Sommer klar, dass diese Beitragserhöhung allein nicht alle Schulden decken würde. Der damalige Vorsitzende des Allgemeinen Stundentenausschuss (Asta), Christian Berntsen, rechnete es vor und sagte im November 2010 voraus, dass trotz Beitragserhöhung zum Sommersemester 2011 Schulden in Höhe von 55 000 Euro zu tilgen seien. Einsparungen an anderer Stelle wurden trotzdem nicht vorgenommen und werden es offensichtlich auch nicht. Kürzlich wurde erst ein höherer Stundenlohn für Asta-Referenten beschlossen. Sie sollen nun 8,50 Euro statt der bisherigen 5 Euro bekommen. Dafür wurden Referate gestrichen.

Die erneute Beitragserhöhung soll vorerst die letzte gewesen sein. Pustlauk sagt: "Mit dem alten Beitrag von sieben Euro pro Student pro Semester wäre der Haushalt trotz Rücklagen defizitär gewesen. Des Weiteren war es das Ziel, den Beitrag für die Studentenschaft so festzulegen, dass auch die zukünftigen Studentenparalemte sich bei der Haushaltsplanung nicht immer wieder mit der Frage ,Beitragserhöhung ja oder nein’ auseinandersetzen müssen."

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erstellt am 12.Dez.2011 | 07:41 Uhr

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