Hintergründe : Bisher keine Übertragung auf Menschen

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24. November 2014, 19:17 Uhr

Bisher keine Übertragung auf Menschen

 Das Auftreten der Vogelgrippe in Europa beunruhigt nicht nur Geflügelzüchter, sondern auch Verbraucher. Bei einer durch  H5N1 ausgelösten Epidemie 2003 und in den Folgejahren steckten sich weltweit rund 600 Menschen an; viele Infizierte starben. Ist das jetzige Virus H5N8 weniger gefährlich? Fragen und Antworten zum Thema.

Ist H5N8 gefährlich für Menschen?

Bisher ist weltweit noch kein Mensch mit dem Virus H5N8 infiziert worden, auch nicht in Südkorea, wo es bereits 30 Ausbrüche in Geflügelbeständen gegeben hat. Das sagte die Pressesprecherin des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems, Elke Reinking. „Es sieht so aus, dass H5N8 nicht so leicht auf den Menschen übertragbar ist, was eine gute Nachricht ist.“

Wie kam das Virus in europäische Geflügelställe – über Wildvögel oder den internationalen Handel mit Tierprodukten?

Das wird noch untersucht. Reinking sagte: „Bisher gibt es keine Belege für eine Verbindung der Ausbrüche in Europa mit Waren– oder Tiertransporten. Das wurde und wird auch noch weiter geprüft.“ Der Fund der infizierten Wildente auf Rügen stütze eher die Hypothese, dass Wildvögel an der Übertragung beteiligt sind.

Wie kann das Vogelgrippe-Virus aus Asien nach Europa gelangen – wo doch auf dem Weg keine Ausbrüche bekannt sind?

Krickenten – die infizierte Wildente auf Rügen war eine solche – brüten bis nach Sibirien hinein. Der Zug aus den Brutgebieten in Richtung Westen passe ganz gut ins Bild, sagte Reinking. Es sei durchaus vorstellbar, dass Vögel, die bis nach Europa flogen, sich in Sibirien bei Vögeln aus Asien infiziert haben. Es könne aber auch sein, dass unterwegs wiederum andere Vögel angesteckt wurden, die das Virus weiter trugen. Anders als das Virus H5N1 mache H5N8 die Wildvögel offenbar nicht krank, weshalb es keine Berichte über Massensterben an Rastplätzen zwischen Sibirien und Europa gebe.

Woran arbeiten die Wissenschaftler aktuell in Sachen H5N8?

Im Friedrich-Loeffler-Institut wird gerade an einer Risikobewertung für Geflügelbestände gearbeitet, sagte Reinking. Auch suchten die Wissenschaftler immer noch nach dem genauen Weg, den das Virus in die Putenmast in Heinrichswalde  genommen hat. Dort gab es Anfang November den ersten Ausbruch der Geflügelpest mit dem derzeit grassierenden Virus H5N8 in Europa.

Welche Schutzmaßnahmen werden in Ställen empfohlen?

Zugang zu Geflügelställen begrenzen, Desinfektionsmittelwannen einsetzen und Freilandhaltung einschränken – diese und andere Maßnahmen empfiehlt das  Friedrich-Loeffler-Institut zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung. Sollten in einem Geflügelbetrieb pro Tag mehr Tiere als gewöhnlich verenden oder die Zahl der gelegten Eier auffällig zurückgehen, muss zur Prüfung unverzüglich ein Tierarzt gerufen werden. Das Institut empfiehlt Geflügelbetrieben, nur noch berechtigten Mitarbeitern in Schutzkleidung Zugang zu Ställen zu gewähren. Die Geflügelfütterung bei Freilandhaltung soll nur noch in einem geschützten Bereich erfolgen, um Wildvögeln – die Träger des Virus sein könnten – keinen Zugang zu ermöglichen.

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