Bis zuletzt zu Hause gut betreut: "Mike Möwenherz" will sterbenden Kindern zur Seite stehen

von
30. November 2012, 06:33 Uhr

Rostock | Sterben ist ein Thema, das viele Menschen aus ihrem Leben verdrängen möchten, erst recht, wenn es das Sterben von Kindern ist. Doch auch Kinder sterben, wenn auch viel seltener als Erwachsene - infolge von Unfällen oder schweren Erkrankungen. Das kann plötzlich passieren, ohne Vorwarnung, es kann aber auch Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, bis das Kind von seinen Leiden erlöst wird. Diesen Kindern und ihren Familien möchte der Arbeitskreis "Mike Möwenherz" helfen. Er wurde auf Initiative des Rostocker Kinderhospizdienstes OSKAR und der Universitäts-Kinder- und Jugendklinik Rostock gegründet.

Seit 2007 haben Schwerstkranke und Sterbende einen Rechtsanspruch darauf, dass ihnen zu Hause ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod ermöglicht wird. Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) ist der Fachbegriff für die Leistungen, auf die Patienten seitdem Anspruch haben. Für Erwachsene ist inzwischen eine Reihe von SAPV-Teams entstanden, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Für Kinder und Jugendliche dagegen gibt es diese Versorgungsform - man spricht dann von SAPPV - bei uns noch nicht. Dabei gibt es jährlich zwischen 20 und 30 Mädchen und Jungen hier im Land, die, ebenso wie ihre Familien, davon profitieren könnten, zu Hause von Spezialisten bis zum Tod betreut zu werden.

"Die Situation eines sterbenden Kindes ist eine ganz große Ausnahme und erfordert mehr Spezialkompetenz, als von vornherein vor Ort vorhanden ist", erläutert Privatdozent Dr. Carl Friedrich Classen von der Rostocker Universitäts-Kinder- und Jugendklinik. Zusammen mit seinen Mitstreitern vom Arbeitskreis "Mike Möwenherz" - Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Therapeuten, Ehrenamtliche und Betroffene aus dem ganzen Land - will er darum ein SAPPV-Team für den Nordosten aufbauen. Dazu hat es bereits Gespräche mit den Krankenkassen gegeben, die vom kommenden Jahr an die Kosten für ärztliche und pflegerische Leistungen bei der Versorgung der unheilbar kranken Kinder übernehmen werden. Einen Raum, Notfallmedikamente und Computertechnik stellt die Universitätsmedizin zur Verfügung, an der das SAPPV-Team angesiedelt werden soll. Doch es fehlen noch Gelder für Psychologen, Seelsorger und Sozialarbeiter. Und: Das Team braucht ein Fahrzeug, um die bis zu 150 km entfernt wohnenden kleinen Patienten aufzusuchen. In unserer diesjährigen Weihnachtsspendenaktion bitten wir Sie daher um Unterstützung für "Mike Möwenherz".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen