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22. September 2017 | 17:25 Uhr

Bildungsprotest geht in eine neue Runde

vom

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2011 | 07:21 Uhr

Rostock | Vor zwei Jahren sind Studenten der Uni Rostock wütend durch die Straßen gezogen und haben das Audimax wochenlang besetzt gehalten, um auf die Missstände in der Bildungslandschaft aufmerksam zu machen. Kritisiert wurden damals die zunehmende Privatisierung der Bildung sowie überfüllte Schulen und Unis. Getan hat sich seitdem nur wenig. Darum sollen die Proteste nun in eine neue Runde gehen. Am Donnerstag startet um 11 Uhr ein Demonstrationszug am Rostocker Hauptbahnhof.

Johanna Lauber ist 25 Jahre alt und studiert Politikwissenschaft im Masterstudiengang. Sie gehörte schon damals zu den Aktivisten im Bildungsstreik und zählt in diesem Jahr zu den Organisatoren der Proteste. "Die Hörsäle sind immer noch überfüllt, sodass Studenten teilweise auf dem Boden sitzen müssen", so die 25-Jährige. Der Wegfall der Wehrpflicht würde das Problem in diesem Jahr noch verschlimmern. "Wir wollen die Erstsemester-Studenten in die Proteste integrieren und ihnen somit zeigen, dass es so, wie es momentan ist, nicht sein muss", so Lauber. Auch an Schulen gebe es ein Problem mit überfüllten Klassen. Darum sind auch Schüler in die Proteste miteinbezogen. Zwei Schülerinnen hätten Lauber zufolge regelmäßig an den Protestplanungen teilgenommen. Seit knapp einem Monat kommt eine Organisationsgruppe im Bildungskeller der Uni Rostock zusammen, um gemeinsam einen Plan zu entwickeln, wie die Demonstranten ihre Ziele erreichen können. Vor allem politische Hochschulgruppen engagieren sich hierbei. Lauber selbst gehört zu der Hochschulgruppe "Gewerkschaft, Erziehung und Wissenschaft", die sich in Folge der Bildungsproteste 2009 gründete. "Uns ist natürlich klar, dass ein einzelner Streik wie der am Donnerstag nicht ausreicht, um all unsere Probleme zu beseitigen", sagt die 25-Jährige. Alle verstünden den Bildungsstreik als einen Auftakt für weitere Protestaktionen. Die Organisatoren sind schon jetzt im Gespräch mit der Hochschulleitung der Uni Rostock, können aber noch nicht sagen, ob ihre Forderungen Gehör finden. Auch Azubis werden an dem Protest teilnehmen, sie fordern nach der Ausbildung eine Übernahme für alle.

Auch wenn der Bildungsstreik 2009 nicht die gewünschten Erfolge verbuchen konnte, gab es kleinere, positive Effekte. "Viele der Studenten, die sich engagiert hatten, versuchten später, in den studentischen Gremien etwas zu bewirken", so Lauber. Sie selbst war in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta).

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