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23. Oktober 2017 | 04:44 Uhr

Bilder aus der Todesnacht

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2012 | 10:39 Uhr

Kiel | Es ist ein Wagnis. Der nächste Kieler "Tatort" mischt Realität und Fiktion zu einem überzeugenden Politthriller. In "Borowski und der freie Fall" finden Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg) und seine Assistentin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) in einem Mordfall Verbindungen zum Fall Barschel - aber nicht die Lösung des ein Vierteljahrhundert alten Rätsels.

Die Ermittler Borowski und Brandt werden nachts zu einer Segel-Yacht geholt. Mit einer Flasche wurde dem schwulen, alkoholkranken Unternehmer Dirk Sauerland auf den Kopf geschlagen, alle Gashähne auf dem Schiff aufgedreht. Der aalglatte Politiker Karl Martin von Treunau (Thomas Heinze) gerät unter Verdacht. Er führte ein Doppelleben, war mit dem Mordopfer befreundet und zugleich verheirateter Familienvater. Die Ex-Frau des Mordopfers ist eine Journalistin (Marie-Lou Sellem), die um den Sendeplatz ihrer Sendung kämpfen muss. Vor 25 Jahren hatte das Paar im "Beau Rivage" Barschel gefilmt. Schließlich reisen Borowski, und Brandt nach Genf, um weiter zu ermitteln.

Die Klasse des Krimis macht auch das Drehbuch (Eoin Moore nach einer Idee von Fred Breinersdorfer) mit starken Sätzen aus: "Politiker würden die besten Mörder abgeben. Sie haben ein dickes Fell, wenig Kontakt zu ihren Gefühlen und einen vertrauten Umgang mit der Unwahrheit", sagt Borowoski. Die filmische Umsetzung überzeugt ebenfalls: Die unterschiedlichen Ebenen von Fiktion und Realität, von Vergangenheit und Gegenwart werden durch Fernseh- oder Bildaufnahmen im Film vermittelt. So sind vermeintlich historische Aufnahmen aus Barschels Todesnacht aus dem "Beau Rivage", aufgenommen vom Mordopfer, zu sehen. Ermittlerin Sarah Brandt gleicht im "Beau Rivage" alte Fotos auf einem iPad mit der heutigen Realität ab.

Dass Barschels Tod natürlich nicht aufgeklärt werden kann, ist klar. Der launige Schlussdialog von Borowski und Brandt: "Vielleicht werden wir den Fall Barschel eines Tages lösen." - "Versprochen?" - "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort..."

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