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21. November 2017 | 05:39 Uhr

Biber nagt Wintervorrat

vom

svz.de von
erstellt am 11.Nov.2011 | 09:02 Uhr

Wittenberge | In der Nähe der alten Badeanstalt Richtung Wahrenberg, ragt im Elbvorland eine große Weide auf. Das Merkwürdige: Ihr Stamm ist sanduhrförmig benagte. Jürgen Herper, Mitarbeiter der Naturwacht im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, weiß, weshalb: "Eine Biber-Familie sorgt für die kalte Jahreszeit vor", sagt er, und das auch noch an spektakulärer Stelle, vom Deich aus gut einsehbar,

Auf dem Deich in unmittelbarer Stadtnähe sind jeden Tag viele Leute unterwegs. Sie können von guter Position aus mit eigenen Augen sehen, wie die Nagetiere bei der Vorratsbeschaffung zu Werke gehen, meint Herper. Die Tatsache an sich, dass sich Biber hier angesiedelt haben, habe keinen Seltenheitswert. "Man kann fast sagen, dass die Stadt von Biberburgen umschlossen ist, macht der Naturwächter auf heitere Art deutlich, dass die Population der Tier sich in den letzten Jahren gut erholt hat. Aber so gut zu beobachten sei das Treiben der Tiere selten. Wer sich etwas auskenne, würde auch die in der Nähe befindliche Burg der geschützten Tiere erkennen, sagt Herper.

Im Unterwasserteil der Burg bunkern die schlauen Biber für den Winter frische Zweige mit Blättern, in dem sie die in der Erde verankern. Auf der Speisekarte ganz oben steht Weide. Um aber an die Äste zu kommen, muss der Baum gefällt werden. Mit seinen Zähnen nagt der Biber fingerdicke Späne ab. Das Schicksal der Wittenberger Weide ist besiegelt. Es bleibt nur noch die Frage: Fällt die Weide in diesem oder erst im nächsten Jahr?

Darauf könnten nur die Biber selbst Antwort geben, erklärt Herper. Denn es komme durchaus vor, dass ein Baum angenagt und dann so zu sagen auf Vorrat stehen gelassen wird. Und er fügt hinzu: "Was die Biber hier tun, ist ganz normal. So ist die Natur." Die Weide stürze um, schlage aus Wurzeln und Stamm wieder neu aus. Deshalb sei es nicht richtig, in einem solchen Fall von Schäden zu sprechen.

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