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Auf dem Weg von HambuRg Nach Berlin : Betrunkener Lokführer im Intercity

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ruckelige Fahrt – Zugbegleiter zog Notbremse

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 23:45 Uhr

Beim Pusten hatte er zwei Promille: Nach der offensichtlichen Trunkenheitsfahrt des Lokführers eines Intercity-Zuges auf der Strecke Hamburg-Berlin prüft die Bahn Konsequenzen. „Grundsätzlich gilt, wenn Alkohol festgestellt wird, gibt es einen Führerscheinentzug auch für Lokführer“, sagte ein Bahnsprecher.

Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte Medienberichte, wonach der Lokführer des Intercity 2071 Anfang der Woche wegen seiner ungewöhnlichen Fahrpraxis aufgefallen sei. Ein nervös gewordener Zugbegleiter zog die Notbremse. Die 150 Passagiere seien nicht in Gefahr gewesen, sagte der Bahnsprecher.

Wegen der ruckeligen Fahrweise habe der Zugbegleiter den Lokführer per Zugtelefon fragen wollen, ob alles in Ordnung sei. Der Lokführer habe aber nicht abgenommen. Daraufhin habe der Zugbegleiter einen medizinischen Notfall angenommen und die Notbremse gezogen, berichtete der Sprecher der Bahnpolizei.

Zwischen Friesack und Paulinenaue in der Nähe von Nauen nordwestlich von Berlin kam der Zug in einem Waldstück zum Stehen. Die alarmierten Einsatzkräfte hätten festgestellt, dass der Lokführer „deutlich alkoholisiert“ gewesen sei. Gegen den Lokführer sei ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet worden.

Der Bahnsprecher sprach von einem äußerst seltenen Fall. Für Lokführer gelte ein absolutes Alkoholverbot.

Der Zugbegleiter hatte am Dienstagabend um 18.15 Uhr die Notbremse gezogen und einen Rettungswagen geordert. Auch ein Rettungshubschrauber flog zu dem gestoppten Zug. Der Lokführer kam zur Blutentnahme in ein Krankenhaus. Für den Zug musste ein neuer Triebwagenführer angefordert werden.

Kann ein Verkehrsunternehmen überhaupt sicherstellen, dass seine Fahrer nicht betrunken unterwegs sind? Nachfrage beim Pritzwalker Verkehrsbetrieb. „Wir können unsere Mitarbeiter nicht immer kontrollieren. Vertrauen muss da sein“, sagt Geschäftsführer Jürgen Decker. „Wenn wir einen Verdacht haben, können wir aber Alkoholkontrollen durchführen.“ Geräte dafür seien vorhanden, allerdings habe es in den vergangenen Jahren keinen Grund für ihren Einsatz gegeben. Decker ergänzt, für die Prignitz sei ihm nicht bekannt, dass schon mal ein betrunkener Fahrer aus dem Verkehr gezogen werden musste.



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