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18. November 2017 | 09:45 Uhr

Betrug kennt keine Grenzen

vom

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 06:54 Uhr

Es ist ein neuer Fall schwerster Verbrauchertäuschung, dass ein niederländischer Händler 50 000 Tonnen Fleisch verkaufen konnte, ohne dass dessen Herkunft zweifelsfrei belegt war. Der neue Pferdefleisch-Skandal wirft einmal mehr die Frage danach auf, ob die bestehenden Dokumentationspflichten und Kontrollvorgaben für die Unternehmen ausreichen.

Es geht um Hunderttausende Tonnen Fleisch, die über Europas Grenzen hinweg gehandelt werden - ein Geschäft, in dem es an Transparenz fehlt und Betrüger ein vergleichsweise leichtes Spiel haben. Offenbar finden sich immer wieder Firmen, die undeklarierte Fleisch-Lieferungen aufkaufen, um sie zu verarbeiten.

Ob bei Lasagne, Dosenravioli oder Tiefkühlpizza: Welche Fleischzutaten in Fertigprodukten verarbeitet sind und woher sie stammen, muss nach jetziger Rechtslage auf den Verpackungen nicht genau angegeben werden. Da lässt sich vieles untermischen, auch minderwertige Zutaten.

Die Rückrufaktion der niederländischen Behörden ist eine drastische Maßnahme. Schließlich ist eine Gesundheitsgefahr nicht erwiesen. Mag Etikettenschwindel auch in den wenigsten Fällen eine Gefahr für Leib und Leben darstellen: Verbrauchertäuschung ist kein Kavaliersdelikt.

Verändern wird sich erst dann etwas, wenn Betrüger und skrupellose Geschäftemacher in der Branche wirklich fürchten müssen, aufzufliegen und öffentlich genannt zu werden. Doch bis dahin ist es aller Skandale zum Trotz immer noch ein weiter Weg.

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