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11. Dezember 2017 | 11:08 Uhr

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erstellt am 22.Jan.2012 | 07:27 Uhr

Berlin | Die Grüne Woche lebt von ihren Ausstellern. Probierhäppchen hier, Flyer und Info-Materialien dort. Die zehn Tage auf der Berliner Messe seien zwar anstrengend, es lohne sich aber.

Yvonne Kugel vom Warener Müritzeum in der Länderhalle MV sagt, dass es um eine Kombination gehe: "Wir wollen die Region repräsentieren und den Großkreis Mecklenburgische Seenplatte vermarkten." Gerade in Berlin biete sich für die Touristiker ein "Riesenmarkt", sagt sie. Es sei immer besser mit den Menschen vor Ort zu sprechen und die Besucher "kommen gezielt, um sich bei uns Urlaubsangebote zu holen."

Die Neubrandenburger Firma Gülden Tor hat das erste Mal einen Stand in der Halle 5.2b. Enrico Ketteler sagt, dass es zum einen darum geht, die eigenen Produkte bekannt zu machen. Nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei Händlern. "Sonst stellen wir auf der Ostpro, einer Messe für Ostprodukte, aus", sagt er. Aber bei der Grünen Woche erreichen die Neubrandenburger ein viel größeres Publikum.

Ebenfalls Premiere hat der Stand von André Dohmke aus Ahlbeck. "Ich will klar uns und die die Insel Usedom repräsentieren", sagt er. Daher steht sein Wagen direkt neben dem Info-Stand des Kreises Vorpommern-Greifswald. "Der Kreis hat ein Gesicht", findet Cornelia Langer vom selbigen. Auch der Großkreis, betont sie, auch wenn die Insel inzwischen schon "sehr beliebt und bekannt" sei.

Für Gisela Schadwinkel ist die Grüne Woche jedes Jahr auch ein kleines Experiment. "Man muss sich ja jedes Jahr etwas Neues einfallen lassen", sagt die Inhaberin der Seeperle aus Wismar. An den Besuchern wird getestet, was den Rest des Jahres verkauft werden soll. So auch Olaf Köller vom Eiscafé Cadillac aus Templin. Er hat sich bewusst gegen einen Stand in der Brandenburg Halle entschieden. Dies würde sich für ihn wirtschaftlich nicht rentieren. Daher ist er in die Bio-Halle umgezogen. Wie bei vielen anderen Ausstellern geht es an seinem Stand nicht nur darum, die eigenen Produkte bekannt zu machen. Der fachliche Austausch untereinander wird als Gewinn gesehen.

Außerhalb des Messegeländes war für rund 23 000 Menschen die Grüne Woche Anlass für Proteste. Gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und "Tierquälerei in Megaställen" hatten 90 Organisationen aufgerufen. Die Veranstalter warfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik bislang "Steigbügelhalter für die Agrarindustrie" zu sein.

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