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16. Dezember 2017 | 23:37 Uhr

Besser spät als nie

vom

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 10:04 Uhr

Wahlkämpfer haben’s schwer. Zumal, wenn der Eindruck entsteht, es gäbe gar nichts zu wählen, weil eh’ alles schon "ausgewürfelt" sei. Erst recht kommen da neue politische Gruppierungen nicht gut, weil sie den etablierten Lagern Stimmen abzunehmen drohen.

In der Natur der Sache liegt, dass politische Lager mit konkurrierenden Ansichten nicht konform gehen. Gerade die Vielfalt von Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen macht Demokratie aus. Ebenso, dass es am Ende zu Mehrheiten kommt, die von den Minderheiten respektiert werden.

Umso fataler wäre es, wenn sich angesichts körperlicher Attacken auf Vertreter einer Gruppierung keiner der demokratischen "Platzhirsche" zur Grundsatzfrage positioniert hätte. Die lautet: Wie haltet Ihr es mit der Gewaltbereitschaft?! Es darf nicht der Eindruck aufkommen, dass sie keinen Standpunkt dazu haben oder gar heimlich jemand applaudierte, weil "böse Buben" das ausführten, was man selbst nur zu denken wagte. Das gab es schon einmal: Anfang der 1990-er Jahre, als in Westmecklenburg "unpolitische" Bürger im Hinterzimmer applaudierten, als Neonazis einen Überfall auf Asylbewerberheim vorbereiteten und vollzogen.

Demokratische Gesinnung bedeutet, nicht nur um Mehrheiten für die eigene Auffassung zu kämpfen, sondern auch die Meinung Andersdenkender auszuhalten. Diese Toleranz findet ihre Grenze, wo Grundrechte Dritter verletzt werden. Oder wo der Kern des Andersdenkens darauf abzielt, die freiheitlich--demokratische Grundordnung zu beseitigen. Deshalb war es höchste Zeit, dass die Demokraten sich zu den Attacken vom Wochenende positionierten.

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