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22. August 2017 | 03:50 Uhr

Bescheide über neue Abwassergebühr

vom

Ein Grundgebührenbescheid über 66 Euro brachte dieser Tage manchen Besitzer einer Abwassersammelgrube oder Kleinkläranlage im Versorgungsgebiet des Westprignitzer Trinkwasser und Abwasserzweckverbandes (WTAZV) in Rage. Ewald Porath aus Lennewitz meldete sich in der Redaktion und machte seinem Ärger darüber Luft, dass er anstatt bisher 38,40 jetzt deutlich mehr zu zahlen habe. "Das ist doch eine Erhöhung um mehr als 70 Prozent", so Porath.

Eine Nachfrage beim WTAZV brachte Klarheit, was es mit diesen Bescheiden, die in den nächsten Tagen den Kunden des Verbandes zugehen, auf sich hat. "Jetzt, am Ende des Abrechnungszeitraumes für das Jahr 2011, werden die Grundgebühren fällig, die laut Vorkalkulation 2011/2012 für das Jahr 2011 von den Anschlussnehmern zu erbringen sind", erklärt Verbandsvorsteherin Silvia Klann. "Diese wurden von der Verbandsversammlung im November 2010 beschlossen." Die Erhöhung der Grundgebühr sei notwendig gewesen, um vor allem den sukzessive gestiegenen Energie- und Transportkosten Rechnung zu tragen.

"Die Vorkalkulation erfolgt stets auf Basis der Daten aus den Vorjahren und hat das Ziel, die voraussichtlich entstehenden Kosten für die Abwasserentsorgung verursachergerecht aufzuteilen", erklärt Silvia Klann. Dabei agiere der Zweckverband nicht gewinnorientiert, sondern unterliege dem Kommunalabgabengesetz. Das bedeutet im Klartext: Weist die Nachkalkulation ein Defizit zur Vorkalkulation aus, kann der Verband die Differenz auf seine Kunden umlegen. Haben die Anschlussnehmer hingegen mehr bezahlt, als der Verband tatsächlich für die Entsorgung ausgegeben hat, muss diese Überzahlung zurückerstattet werden. "Entstandene Überträge werden im folgenden Kalkulationszeitraum eingerechnet und finden so in der neuen Gebühr Berücksichtigung."

Gebührenanstieg um rund 12,6 Prozent

Zudem erläutert sie, dass die Gebührenerhöhung nicht allein an der neuen Grundgebühr beurteilt werden könne, da diese nur einen Teil der ansatzfähigen Gesamtkosten finanziere, der Großteil der Kosten jedoch über die Mengengebühr gedeckt werde, die seit mehreren Jahren mit 7,42 Euro für die Entsorgung von einem Kubikmeter Fäkalwasser stabil geblieben sei.

"Betrachtet man den Gebührenanstieg unter Berücksichtigung der Entsorgungsgebühren, liegt dieser bei rund 12,6 Prozent und muss wegen des zweijährigen Kalkulationszeitraumes auch Kostensteigerungen des Jahres 2012 abdecken", rechnet die Verbandsvorsteherin vor.

Allerdings räumt Silvia Klann ein, dass man im Verband darüber nachdenke, wie man die Kunden besser über die Ursachen der Erhöhung und die unternommenen Anstrengungen zur effektiven Gestaltung der Entsorgung informieren könne. "Vielleicht können wir so künftig Irritationen bei den Kunden vorbeugen."

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erstellt am 07.Dez.2011 | 12:25 Uhr

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