Flughafen-Chef Mehdorn : BER wird billig

Heiter: Mehdorn (r.) begrüßt  Dietmar Woidke vor der Sitzung des Flughafen-Sonderausschusses.
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Heiter: Mehdorn (r.) begrüßt Dietmar Woidke vor der Sitzung des Flughafen-Sonderausschusses.

Der Flughafen-Chef verkündet im BER-Sonderausschuss, dass Schönefeld offen bleiben soll.

svz.de von
04. Juli 2014, 12:12 Uhr

Der alte Berliner Flughafen Schönefeld könnte auch nach der Eröffnung des Großflughafens BER noch mehrere Jahre weiter in Betrieb bleiben. „Wenn der gesamte heutige Verkehr von Tegel zum BER umzieht, sind wir am BER voll“, sagte der Geschäftsführer Flughafengesellschaft, Hartmut Mehdorn, während der Sitzung des Sonderausschusses BER im Potsdamer Landtag. „Dann haben wir aber nicht ein Flugzeug von Schönefeld-Alt zum BER rübergeholt.“

Die geplante Erweiterungen des BER durch Satellitenterminals würden im besten Fall sieben bis acht Jahre dauern. „Bei dem erwarteten Wachstum der Passagierzahlen kämen wir mit der Erweiterung nicht rechtzeitig.“ Ein Weiterbetrieb von Schönefeld müsse deswegen in jedem Fall vorgesehen werden. Bislang war geplant, die Flugbereitschaft der Bundesregierung im alten Flughafen Schönefeld unterzubringen. Dafür müsse Mehdorn zufolge eine Interimslösung gefunden werden. Wie Mehdorn vor den Abgeordneten erläuterte, rechne die Flughafengesellschaft allein für 2014 mit einem Wachstum von einer Million Passagiere im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten fünf Monaten des Jahres habe man 700 000 Passagiere mehr gezählt.

Für den neuen Flughafen rechnet Mehdorn damit, dass der Flughafen alle 15 Jahre sein Passagieraufkommen um 50 Prozent erhöhen wird. „München, Frankfurt, alle Flughäfen wachsen ständig – und so tun wir das auch“, sagte Mehdorn. Aber: „Im Vergleich zu München und Frankfurt wird das ein billiger Flughafen werden.“

Nicht im Detail diskutiert wurde am Donnerstag die Finanzierung der 1,1 Milliarden Euro, die der Aufsichtsrat am Montag für die Fertigstellung des Flughafens veranschlagt hatte. CDU, FDP und Grüne haben stattdessen eine Sondersitzung des Haushaltausschusses des Landtags in der kommenden Woche beantragt. Die Ausschussvorsitzende des Sonderausschusses, Klara Geywitz (SPD) und der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Mike Bischoff, warfen der Opposition daraufhin Irreführung der Öffentlichkeit vor. „Die hektischen Aktivitäten der Opposition dienen nicht der Sache, sondern sind Sommertheater zu Wahlkampfzwecken und schaden dem Ansehen des Parlaments.“

Auch beim Tagesordnungspunkt „Baufortschritt“ gab es keine neuen Informationen. Auf die Frage des Grünen-Fraktionsvorsitzen Axel Vogel, ob es überhaupt einen Baufortschritt gebe, erklärte Mehdorn lediglich, dass der Flughafen ja keine Baustelle mehr sei. „Wir machen Systemintegration.“ Die darauf im Saal enstandende Heiterkeit verstand der Flughafengeschäftsführer scheinbar nicht. „Bin ich denn hier der Volksbelustiger?“, fragte Hartmut Mehdorn. Eine Antwort erhielt er nicht.

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