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22. November 2017 | 23:31 Uhr

Serie: Finanz-Wissen : Bequemlichkeit kostet Geld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Teil 3: Girokonto/Tagesgeld – Wer nach guten Konditionen sucht, sollte sein Kontomodell überprüfen

Ein Girokonto ist das finanzielle „Aushängeschild“ eines jeden Bürgers. Fast alle Zahlungsströme werden darüber abgewickelt Deshalb sollte es von jedem äußerst sorgsam behandelt werden. Da man über die Umsätze auf dem Girokonto viel über den Inhaber erfahren kann (Arbeitgeber, Familiensituation, Konsum- und Kreditverhalten…) nutzen die Banken diese Informationen gerne, um ihre Kunden gezielt auf Finanzprodukte anzusprechen.

Ein absprachegemäßer Umgang mit dem Konto ist schon in jungen Jahren wichtig, da die Bank jede nicht abgestimmte Kontoüberziehung registriert. Auch wenn sie die Überziehung über den Dispo hinaus vorübergehend akzeptieren sollte und dafür ordentlich Zinsen kassiert, ist diese Überziehung ein Fleck auf der weißen Weste des Kontoinhabers, was im Falle einer Kreditanfrage zu höheren Zinsen oder gar zur Kreditablehnung führen kann. Sprechen Sie also rechtzeitig mit Ihrem Berater, wenn es auf dem Konto einmal eng werden sollte. Wer sein Konto nur auf Guthabenbasis führt, spart echtes Geld.

Zu jedem Girokonto gehört ein Tagesgeldkonto, auf welches man monatliche Überschüsse parken kann. Die Zinsen variieren sehr stark und sind abhängig vom Anbieter. Direktbanken haben in der Regel deutlich bessere Angebote als Filialbanken.

Wer nach guten Tagesgeldkonditionen sucht, sollte zuerst sein Kontomodell überprüfen. Viele Bürger zahlen nicht nur bei den Stadtwerken immer noch den teuren Basistarif für Strom und Gas, sondern oft aus Bequemlichkeit auch bei ihrer Hausbank hohe Kontoführungsgebühren, die sich im Jahr durchaus auf über 100 Euro aufsummieren können.

Wer zu einer Direktbank wechselt, spart nicht nur die Kontoführungs- und Kartengebühren, sondern erhält meist auch einen höheren Zinssatz auf sein Tagesgeldkonto. Rechnet man die ersparten Gebühren und den höheren Zinssatz (aktuell bis zu 1,3 Prozent) zusammen, kommen Sie bei einer Geldanlage von 10 000 Euro schnell auf eine Rendite von über 2 Prozent, bei 20 000 Euro immerhin noch auf 1,5 Prozent pro Jahr. Vorsicht bei Lockangeboten einiger Direktbanken, die den Topzins oft zeitlich befristet oder nur im Zusammenhang mit weiteren Geldanlagen anbieten.

Die Angst, beim Onlinebanking ausgeraubt zu werden, ist zum Großteil unberechtigt. Die Sicherheitstechnologie der Banken, eine Firewall und ein Antivirenprogramm auf Ihrem Rechner reduzieren die Risiken erheblich. Wer noch mehr Sicherheit möchte, kauft sich ein Onlinebanking-Programm, mit dem er Überweisungen offline erfassen und Kontostände sowie Umsätze abfragen kann. Das Programm geht nur für die Dauer der Datenübertragung zur Bank online. Viele Bankingprogramme bieten zudem umfangreiche Analysemöglichkeiten. So hat man seine Konten und Ausgaben immer im Blick.

Auf Banking-Apps für Ihr Smartphone sollten Sie eher verzichten. Sie sind zwar bequem und versprechen viel Service für unterwegs. Derzeit bieten Sie jedoch nicht die Sicherheit wie die Bankingsoftware für Ihren PC.


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