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Ferienstart : Bei schlechtem Zeugnis nicht schimpfen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Psychologe: Verständnis statt Druck. Nachhilfe ist nicht immer der richtige Weg.

Zeugnisse vorzeigen, Mappe in die Ecke und dann ab in die Schulferien: Für die Schüler in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben gestern die Winterferien begonnen. Nicht alle werden mit ihren Halbjahreszeugnissen zufrieden sein. Darauf steht auch, ob ein Kind versetzungsgefährdet ist. Der Greifswalder Psychologe Professor Horst Krist rät den Eltern, verständnisvoll auf ein Kind zu reagieren, das mit einem schlechten Zeugnis nach Hause kommt.

„Schimpfen und die Ausübung von Druck sind der falsche Weg, wenn ein Kind versetzungsgefährdet sein sollte“, sagt der Experte. Eltern sollten nach den Ursachen forschen: Gibt es psychosoziale Gründe? Hat mein Kind Probleme im sozialen Umfeld der Schule, mit Freunden und Lehrern? Gibt es Probleme in der Familie?

Sollte das Kind intellektuell nicht so leistungsfähig sein, sollten Eltern nicht sofort zur Nachhilfe gehen, sagt Krist. Es gebe inzwischen sehr gute Möglichkeiten, Denkfähigkeit, Gedächtnis und die Aufmerksamkeit des Kindes zu trainieren. Hilfreich sei vor allem die Schaffung einer anregenden Umgebung im familiären Umfeld, das gemeinsame Lesen von Büchern, gemeinsame Museumsbesuche, so der Psychologe. Generell steht Krist, Professor für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Greifswald, dem Sitzenbleiben skeptisch gegenüber. Es gebe eine Riesendiskrepanz zwischen der Akzeptanz des Sitzenbleibens bei Lehrern sowie Eltern und den Forschungsergebnissen. Studien zufolge wirke sich das Sitzenbleiben eher negativ auf die Leistung des Kindes aus. Auch erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit des Schulabbruches. „Sitzenbleiben verträgt sich auch nicht mit dem Gedanken der Inklusion“, sagte er.

Schüler, die Angst haben, mit einem schlechten Zeugnis nach Hause zu gehen, können sich an einen Lehrer ihres Vertrauens wenden. Bundesweit gibt es die „Nummer gegen Kummer“. Schüler erreichen die kostenlose Hilfe unter der Telefonnummer 0800/ 1 11 03 33. Das Kinder- und Jugendtelefon ist montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr erreichbar. Das bundesweite Elterntelefon ist montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr unter der ebenfalls kostenfreien Telefonnummer 0800/1 11 05 50 erreichbar.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 17:47 Uhr

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