Persönlichkeiten des Ortes : Bei ihm bleibt der Hahn oft unberührt

Sven Drewke aus Karft ist seit März dieses Jahres Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ludwigslust e. V. Also für die Interessen von rund 1100 Mitgliedern, unter ihnen fünf Prozent Frauen, zuständig.
Sven Drewke aus Karft ist seit März dieses Jahres Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ludwigslust e. V. Also für die Interessen von rund 1100 Mitgliedern, unter ihnen fünf Prozent Frauen, zuständig.

svz.de von
03. August 2016, 09:15 Uhr

Kein Wunder, dass die Natur, mit allem, was in ihr kreucht und fleucht, ihn schon früh in ihren wilden Bann gezogen hat. Schließlich steht das Elternhaus mitten in der Wildnis. Fernab der Zivilisation. Sven Drewke ist in Wold-Mühle aufgewachsen, in einer klassischen Großfamilie. „Mein Opa war schon Jäger“, erklärt der 44-Jährige gegenüber der SVZ. Und gesteht: „Ich wollte immer Förster werden, das stand schon seit Kindesbeinen fest.“

Also lernte Sven Drewke in vier Jahren Forstfacharbeiter mit Abitur in Bad Doberan. Dann funkte ihm die Wende in die berufliche Laufbahn und Drewke bewarb sich bei der Bundeswehr. 1992 wurde er eingezogen, diente als Soldat, Unteroffizier und Offizier, studierte Pädagogik, blieb 13 Jahre beim Bund. Zuletzt als Hauptmann. „Ich war auch Kompaniechef in Hagenow, danach bin ich in die freie Wirtschaft gewechselt. Heute arbeite ich in der ambulanten Hilfe zur Erziehung bei der AWO.“

Seine Jägerprüfung legte Sven Drewke im Mai 1990 ab, bestand gleich im ersten Anlauf. „Wenn es die Zeit zulässt, bin ich draußen. Jagd bedeutet für mich auch Naturbeobachtung, Hochsitze und Nistkästen zu kontrollieren und Wildachsen anzulegen. Ich sitze oft auf dem Hochstand und lasse den Hahn der Büchse ruhen“, verrät der Grünrock, der seit März auch Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ludwigslust e. V. ist. Also für rund 1100 Mitglieder, unter ihnen fünf Prozent Frauen, zuständig ist. „Besonders Frauen entdecken zunehmend das Hobby Jagd. Oft über das Schießen in Schützenvereinen oder das Hundewesen.“

Als einer seiner schönsten Jagderlebnisse bezeichnet Drewke eine Elch-Pirsch in Schweden, ein Geschenk seiner Frau, die übrigens selbst leidenschaftlich dem Weidwerk frönt, zum 40. Geburtstag.

Dass der Altersdurchschnitt der Jäger zwischen 50 und 55 Jahre liegt, beunruhigt Drewke schon. Dass Jungjäger das verantwortungsvolle Handwerk in Feld und Flur erlernen, ist ihm deshalb auch Herzensbedürfnis. „Ich bin selbst Ausbilder. Jeder Jahr haben wir etwa 15 jüngere und ältere Teilnehmer. Zunehmend auch Frauen, pro Lehrgang mindestens zwei.“ Einen Crash-Kurs in drei Wochen gäbe es bei ihm nicht. „Die Ausbildung dauert etwa sechs Monate und beinhaltet viel Fachpraxis. Die fehlt heutzutage oft. Damit fehlt auch nötiges Wissen.“

Sich selbst hat der Vorsitzende mehr öffentlichkeitswirksames Arbeiten auf die Fahne geschrieben. Sowie die Bewahrung von Brauchtum, Tradition, Jagdhornblasen und Hundewesen.

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