Baywatch-Romantik in MV

Im vergangenen Jahr waren an den 30 bewachten Küstenabschnitten zwischen Boltenhagen und Usedom 1300 Rettungsschwimmer tätig. Foto: dpa
Im vergangenen Jahr waren an den 30 bewachten Küstenabschnitten zwischen Boltenhagen und Usedom 1300 Rettungsschwimmer tätig. Foto: dpa

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27. Februar 2008, 03:58 Uhr

Rostock - Sie sehen gut aus und sind topfit. So stürzten sich von 1989 an Retter in der Serie „Baywatch“ wagemutig in die Fluten, um Badenden ein nasses Ende zu ersparen. So weit ist die Realität von DLRG-Rettungsschwimmern gar nicht entfernt, auch wenn der Job auf einem Rettungsturm an Ostsee oder im Freibad wesentlich seltener Gefahren à la Baywatch bietet. „Die Rettungsschwimmer sind die Kings am Strand, da gucken die Mädchen hin“, weiß die DLRG-Einsatzleiterin an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, Mai Bartsch, zu berichten. „Wir haben auch schon lange vom Rettungsgurt auf die ,Baywatch-Boje’ umgestellt.“
Dennoch macht sich Bartsch Sorgen über die Besetzung der Rettungstürme. „Noch sind wir gut besetzt“, betont Bartsch. 1300 Rettungsschwimmer waren im vergangenen Jahr an den 30 bewachten Küstenabschnitten zwischen Boltenhagen und Usedom tätig. Aber: „Wir vermissen die nachkommenden jungen Leute.“ Auf die Idee, den Schein für Rettungsschwimmer zu machen, müsse man die Leute erst mal bringen.
Dabei sind die Konditionen für die jungen Leute nicht schlecht, wenn sie sich für einige Wochen bei der DLRG verpflichten. Die Gemeinden böten freie Kost und Logis in guten Unterkünften sowie eine Aufwandsentschädigung. „Dafür verbringen sie ihren Urlaub an den schönsten Küsten“, sagt Bartsch. Angehende Rettungsschwimmer erwartet ein laut Bartsch „richtig spannender Job“. Denn ganz plötzlich kann etwas passieren.
Dies beweist die Statistik: Durchschnittlich sechs bis sieben Menschen müssen an einem Sommerwochenende aus akuten Notsituationen gerettet werden. So gab es 2007 mehr als 300 Kinder, die ihre Eltern vermissten und mehr als 3000 schmerzhafte Kontakte mit Scherben oder Quallen.

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