Bauern drängen auf Vorruhestandsregel

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25. November 2009, 10:39 Uhr

Güstrow | Krise am Ackerrand: Die Landwirte in MV haben höhere Finanzhilfen des Bundes für die in Not steckende Landwirtschaft gefordert. Neben dem vom Bund zugesagten 500-Millionen-Euro-Programm drängt der Landesbauernverband auf ein Vorruhestandsprogramm für aussteigewillige Landwirte, vornehmlich Milchbauern. Dafür wären noch einmal rund 500 Millionen Euro notwendig, sagte Bauernpräsident Rainer Tietböhl gestern am Rande der zweitägigen Klausurtagung des Verbandes in Linstow (Landkreis Güstrow). Es müsse endlich geklärt werden, wann und wie das Geld aus dem Krisenprogramm in die Betriebe gelange. Zwar sei für die Unternehmen derzeit "jeder Cent notwendig", meinte Tietböhl. Dennoch bleibe der Hilfsfonds nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Tietböhl: "Damit lässt sich die Welt nicht retten."

Bei dem Treffen klopft der Verband die agrarpolitischen Ziele des neuen schwarz- gelben Koalitionsvertrages ab. Dabei stießen Pläne, wonach sich eine Kommission generell über den Umgang mit der Bodenreform beschäftigen soll, auf heftigen Widerstand. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das erneut zur Diskussion gestellt werde, sagte Tietböhl: "Die Bodenreform muss Bestand haben."

Nach den in Rekordhöhen gestiegenen Bodenpreisen der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) und dem daraufhin verhängten Verkaufsstopp für ehemals volkseigene Flächen, forderte der Verband Aufklärung über die künftigen Privatisierungsgrundsätze. Statt nach dem um bis zu 30 Prozent höheren BVVG-Preisniveau müssten Pächter zu ortsüblichen Bodenpreisen Flächen kaufen dürfen, forderte Tietböhl. Zudem erwarten die Bauern, dass die geltende 50-Prozent-Klausel, wonach Landwirte nur die Hälfte ihrer Betriebsfläche kaufen dürften, gekippt werde.

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