Internationaler Frauentag : Bauer Korl heizt den Frauen ein

Jörg Klingohr alias Bauer Korl
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Jörg Klingohr alias Bauer Korl

Ist der Gedenktag noch zeitgemäß? Die Volkssolidarität sagt „Ja“ und bietet traditionell verschiedene Veranstaltungen im Land an

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07. März 2016, 19:08 Uhr

Zumindest für Jörg Klingohr, alias Bauer Korl, scheinen sich die Feierlichkeiten rund um den Frauentag zu lohnen. Auf seinem Hof in Golchen bei Brüel lädt Mecklenburgs Kultfigur heute zu einem zweitägigen Festprogramm ein. „Wir organisierten ein unterhaltsamen Mix aus Schunkeln, Witz und guter Laune“, so der Mecklenburger Entertainer und verrät, dass die Veranstaltung bereits ausverkauft sei. Für morgen gebe es allerdings noch Restkarten. 

Frauentagsfeiern – das erinnert ein wenig  an DDR-Zeiten. Gleichstellung per Staatsdekret und kollektives Feiern mit Sektchen und Tanz am Frauentag gehörten irgendwie zusammen. Ist von den Feiern noch etwas übrig geblieben? Zumindest Sozialverbände halten an der Tradition fest.

Ein weiterer Auftritt steht dem  selbsternannten „Macker vom Acker“ nächste Woche Dienstag in der Stadthalle Ludwigslust bevor. Hier laden die Kreisverbände der Volkssolidarität  Parchim, Ludwigslust und Hagenow zu ihrer ersten gemeinsamen Frauentagsfeier ein. 

In diesem Jahr falle die zentrale Frauentagsfeier der Volkssolidarität in der Sport-und Kongresshalle in Schwerin aus. „Wir bedauern diese Entscheidung, aber wollen durch kleinere, dezentrale  Veranstaltungen mehreren Mitgliedern die Chance zum Feiern bieten“, sagt Kerstin Liebich, Landesgeschäftsführerin der Volkssolidarität. Der Tag sei jedoch wichtig und spiele eine traditionelle Rolle im Vereinsleben. „Unsere Frauen leisten einen unverzichtbaren Beitrag. Gemeinsam zu feiern, ist für uns eine Form der Anerkennung“, sagt Liebich. Deshalb werde es den Ehrenamtlern so angenehm wie möglich gemacht: „Die Frauen dürfen es sich an diesem Tag richtig gut gehen lassen“, heißt es weiter. Der 44-Jährigen sei es dennoch ein Anliegen,  dass die Idee des Frauentags nicht in Vergessenheit gerät.

„Zwischen den Geschlechtern besteht nach wie vor eine Lohn-Kluft“, erklärt die Schwerinerin. Es sei wichtig, gleiche Verhältnisse in allen gesellschaftlichen Bereichen herzustellen. Nur so würden wir uns weiterentwickeln. Blumen reichen dazu nicht aus.

Sigrid Timm-Kiersch vom  Schweriner Blumengeschäft Bischof begrüßt dagegen die steigende Nachfrage an  Grünpflanzen am heutigen Ehrentag. „Vor allem Einzelblüten und Frühlingstöpfchen werden zum  8. März  bestellt“, so die Floristin. Die klassische rote Rose sei dagegen nicht mehr zeitgemäß. „Orangefarbene Blüten und auch Nelken sind beliebter“, sagt sie weiter.

Doch was genau wünschen sich Frauen heute?  „Ich  begrüße es, wenn der Frauentag zum gesetzlichen Feiertag wird“,  sagt Projektmanagerin Anika Aschendorf. Das wäre ein besonderes Symbol.  Anne Barthel, Studentin aus Rostock, findet die Feierlichkeiten um den heutigen Tag überbewertet. „Nichts gegen die Tradition, doch die gesamte Wertschätzung sollte sich nicht auf ein Datum beschränken.“

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