Hundehaltung : Basset-Schönheit - kaum mit Geld aufzuwiegen

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Der durchschnittliche Hund kostet in seinem Leben so viel wie ein Auto – Besitzer sollen bald noch tiefer in die Tasche greifen

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06. November 2014, 11:55 Uhr

Etwa jeder neunte Haushalt in Deutschland ist auf den Hund gekommen. 7,4 Millionen Stück der Vierbeiner leben hier. Einer von ihnen ist die Bassetschönheit Lieselotte von Brian Lorenzo. Wer ab und an in der Innenstadt von Schwerin unterwegs ist, hat die kurvige Feuchtnase bestimmt schon einmal gesehen – „ein wunderschöner Hund, nur etwas aus der Form geraten“, beschreibt sie Besitzer Lorenzo. Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick, als er die Hundedame vor fünf Jahren zu sich holte. Seither scheut der Fotograf weder Mühe noch Kosten für sie.

„Lieselotte ist ein Familienmitglied. Da spielt Geld keine Rolle“, meint Lorenzo. Wer sich einen Hund halten will, muss sich vorher über die Kosten bewusst sein. Ein Körbchen hier, eine neue Leine da, Futter, Arztkosten, Hundesteuern, Spielzeug, Leckerlis – das läppert sich. Ein durchschnittlicher Hund kostet in seinem Leben laut der Internetplattform statistika annähernd 38 000 Euro - so viel wie ein Auto.

Ab Januar 2015 sollen Hundehalter in Mecklenburg sogar noch tiefer in die Tasche greifen. Die Städte Schwerin und Neubrandenburg wollen die Hundesteuern erhöhen. Rostock hatte bereits zu Jahresbeginn die Steuern drastisch angehoben. Statt 84 Euro bezahlen die Rostocker nun 108 Euro und damit mehr als Hundehalter in Hamburg. Für als gefährlich eingestufte Hunde beträgt die Steuer 468 Euro im Jahr. Damit nimmt Rostock für seine annähernd 6 000 Hunde 180 000 Euro zusätzlich an Hundesteuern ein. Unterhalten werden damit 29 Hundetoiletten und 17 Beutelspender. Neu sei ein Flyer, der alle Hundetoiletten auflistet.

Schwerin und Neubrandenburg erhoffen sich durch die Steuererhöhungen Mehreinnahmen im fünfstelligen Bereich. Bisher beliefen sich in den beiden Städten die Steuern jeweils auf 90 Euro im Jahr. Für als gefährlich eingestufte Hunderassen müssen Besitzer derzeit in Schwerin 700 Euro und in Neubrandenburg 575 Euro bezahlen. Allein in Schwerin würden laut Stadt im Jahr 990 000 Hundekotbeutel für die Entsorgung der Hundehaufen benötigt werden. Die Bewirtschaftungskosten der 80 Beutelspender belaufen sich auf 95 000 Euro Im Jahr.

Dennoch wird schon jetzt der Protest gegen die Erhöhung der Hundesteuer laut. Brian Lorenzo sieht es so: „Natürlich sind steigende Kosten unerfreulich, müssen jedoch trotzdem übernommen werden. Die Einnahmen sollten sinnvoll in der Stadt investiert werden. Liselotte ist eine kleine Prinzessin. Jeder, der sie sieht, muss lachen.“

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