Bald Riesen-Fliesen aus Gallin?

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17. August 2008, 06:43 Uhr

Gallin - Noch gibt es nur ein paar Fotos vor dem großen Baustellenschild. Bereits Ende des Monats soll das anders aussehen, will die Firma mit derzeitigem Sitz in Hamburg mit dem Bau des Werkes begonnen haben.

Es geht um eine große Produktionshalle mit einer Fläche von 21000 Quadratmetern, um den Aufbau einer ersten Produktionslinie und um immerhin 66 Arbeitsplätze in der ersten Ausbaustufe. Die Firma beschreibt sich als Hersteller von Fliesen aus technischem Steinzeug, die für Bauveredlungen, Fassaden, Modernisierungen und Sanierungen verwendet werden können.

Der Clou dabei ist, dass der Spezialist mit aus Italien stammenden Maschinen und Know-how Fliesen bisher unbekannter Größe und nicht erreichter Stärke liefern kann. Geschäftsführer Oliver Hirche beschreibt das so: „Wir können Fliesen bis zu einer Größe von ein mal zwei Metern liefern und das in einer Stärke von vier bis 25 Millimetern. Das können nur wenige, und wir rechnen uns echte Marktchancen aus, weil unsere Fliesen in Sachen Belastbarkeit die gleichen Parameter wie die bisher handelsüblichen Porzellanfliesen aufweisen.“

Ausgelegt ist die geplante Halle für zwei Produktionslinien, das Unternehmen belegt ein vier Hektar großes Grundstück im neueren Teil des Megaparkes Valluhn/Gallin. Damit ist den Ansiedlern von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises und dem für das Gebiet zuständigen Planungsverband ein wichtiger Durchbruch gelungen.

Die Erleichterung war den Beteiligten bei der etwas improvisierten Fördermittelübergabe, die in dieser Woche stattfand, anzumerken. Gehörte doch „Petralithe“ bereits seit einigen Jahren zu den am häufigsten angekündigten Unternehmen. Schon vor Jahren war vom Landrat die Firma als Ansiedlungserfolg verkauft worden.

Doch aus dem schnellen Erfolg wurde nichts, interne Querelen standen dem nach SVZ-Informationen entgegen. Auch die Finanzierung des Projektes war alles andere als einfach, am Ende erntete Wolf-Helmut Sieg, Wirtschaftsförderer des Kreises, schon bei der Erwähnung des Namens „Petralithe“ nur noch müdes Lächeln.

In den vergangenen Monaten war es dann auch endgültig ruhig geworden um das Projekt, doch alle Beteiligten arbeiteten im Stillen an der Lösung. Nun der Durchbruch mit dem Bescheid über die Fördermittel, die Staatssekretär Dr. Stephan Rudolph im Rahmen einer Feierstunde bei „Marlin Seafood“ im Gewerbepark vor gut 30 Beteiligten übergab.

Und er äußerte die klare Erwartung, dass Menschen aus dem Land fair in Arbeit gebracht würden. Die Fördermittel des Landes seien kein Gnadenakt, sondern die Unterstützung einer Investition für die Menschen in der Region.

Gut 13 Monate sind für die Bauzeit veranschlagt, dann soll die Produktion anlaufen. Die Wirtschaftsförderer hoffen bis dahin, dem Unternehmen schnell Nachbarn zur Seite zu stellen. Vielversprechende Anfragen und Kontakte gibt es viele, doch die Ansiedlung bleibt ein schwieriges Geschäft voller Unwägbarkeiten. „Petralithe“ war dafür bisher ein Paradebeispiel.

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