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24. Oktober 2017 | 02:32 Uhr

Neue Güterstrecke : Bahnpläne für Dömitz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf bestehenden oder stillgelegten Trassen soll eine neue Verbindung zwischen Hamburg über Lüneburg, Dannenberg, Dömitz bis nach Wittenberge entstehen

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 07:55 Uhr

Neuer Verkehr auf altem Bahndamm: Auf der Suche nach neuen, schnellen Nord-Süd-Güterverkehrstrassen für die Häfen in Hamburg und Bremen haben Verkehrsplaner in Niedersachsen eine neue Bahnlinie durch Mecklenburg-Vorpommern und die Prignitz in die Trassenplanung aufgenommen. Danach soll auf bestehenden oder stillgelegten Trassen eine neue Verbindung zwischen Hamburg über Lüneburg, Dannenberg, Dömitz bis nach Wittenberge entstehen, schlägt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in einer Studie vor – für 220 Güterzüge am Tag, alle 6,5 Minuten einer. Der Plan geht davon aus, noch nutzbare und nicht verbaute Trassenabschnitte früherer Strecken zu nutzen und beispielsweise für die Orte Polz, Lenzen, Lanz und Wittenberge neue Umfahrungstrassen zu bauen. In Dömitz schlagen die Verkehrsplaner vor, die Stadt südlich zu umfahren, schließen aber auch einen Trassenverlauf auf dem ehemaligen Gleisbett nicht aus. Dömitz gehörte bis Kriegsende zu einer West-Ost-Bahnverbindung. Nach der Teilzerstörung der Flussquerung zu Kriegsende wurde die Brücke allerdings wegen der deutsch-deutschen-Teilung nicht wieder aufgebaut und der Bahnverkehr gänzlich unterbrochen. Jetzt wollen die Trassenplaner auch wieder Personenzüge auf der neuen Strecke fahren lassen – im Stundentakt. Gesamtkosten für die knapp 180 Kilometer lange Strecke: rund 1,9 Milliarden Euro. Ein konkurrenzfähiger Plan gegenüber bisherigen Trassenvarianten, meinte VCD-Landeschef Hans-Christian Friedrichs. „Die Chancen für den wirtschaftlichen Betrieb der Strecke überwiegen die Risiken deutlich“, heißt es in dem Papier.

Bund und Bahn suchen seit Jahren nach einer neuen Trasse für den Güterverkehr, um bestehende Strecken zwischen Bremen, Hamburg und Hannover zu entlasten. Zudem sollen die Nordseehäfen von der Containerlagerung entlastet und im Binnenland neue Umschlagstationen aufgebaut werden. Wittenberge wäre ein guter Standort, heißt es bei VCD. Insgesamt würden derzeit zehn verschiedene Trassen debattiert, teilte ein Bahnsprecher gestern mit. Die letzte Entscheidung müsse aber der Bund treffen.

Dömitz’ Bürgermeister Helmut Bode zeigte sich gestern von den Plänen überrascht: Eine neue Zugverbindung Richtung Hamburg wäre für die Stadt ein Gewinn. Allerdings sei es fraglich, ob eine Bahnlinie südlich der Stadt mit den Zielen des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe vereinbar sei.  

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